30. April 2015

Altersstandardisierung verändert Hüft-OP-Ranking der OECD

Die OECD-Gesundheitsstatistik wird häufig zur Einordnung des deutschen Gesundheitssystems im internationalen Vergleich verwendet. Aus hohen Operationszahlen beispielsweise bei Hüft-OPs wird in der Kommentierung ein „Operationsweltmeister Deutschland“ – mit dem Unterton, dass zu viele (unnötige) OPs stattfänden. Aus dem Vergleich der deutschen Gesundheitsausgaben mit dem OECD-Schnitt wird wiederum auf zu hohe Kosten geschlossen.

Eine Rangfolge anhand der OECD-Daten als Benchmark ist jedoch mit einer Reihe methodischer Probleme behaftet, wie die neue Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) nachweist. Diese Probleme resultieren zum einen aus unvollständigen Daten bei den Meldungen an die OECD sowie aus deren mangelnder Vergleichbarkeit. Vor allem aber berücksichtigen die OECD-Daten in der Regel nicht den Einfluss des unterschiedlichen Bevölkerungsalters in den einzelnen Ländern, obwohl eine Vielzahl medizinischer Eingriffe eindeutig altersabhängig ist.

Genaue Zahlen finden Sie in „Die Aussagekraft von Länderrankings im Gesundheitsbereich – Eine Analyse des Einflusses der Altersstruktur auf die OECD-Daten“ von Verena Finkenstädt und Dr. Frank Niehaus