05. Mai 2015

ALOST e. V. feiert Geburtstag am Gründungsort in Wilhelmshaven

Die Berufsbildenden Schulen in der Friedenstraße, Abteilung Orthopädieschuhtechnik, waren Gastgeber und Treffpunkt für 30 Berufsschullehrer, die Auszubildende des Orthopädieschuhmacher-Handwerks an allen Schulstandorten Deutschlands unterrichten. Die Arbeitsgemeinschaft Lehrerinnen und Lehrer für Orthopädie-Schuhtechnik, (ALOST e. V.) wurde hier in Wilhelmshaven 1997 gründet. Nachdem die jährlichen Fortbildungstreffen an allen Schulstandorten stattgefunden haben, kehrten die Berufspädagogen nach 18 Jahren zu ihrem Ursprung zurück.

Die ALOST e. V. hat zur Zeit 60 Mitglieder und hat sich in den vergangenen Jahren sehr intensiv in der Aus- und Weiterbildung für die Lehrkräfte engagiert. Der Verein ist darüber hinaus ein anerkannten Partner für den Zentralverband für Orthopädieschuhtechnik (ZVOS), Ministerien, Schulen, den Mauer-Verlag, Innungen und Betrieben. Als Vorsitzender der ALOST e. V. bedankte sich Michael Blau herzlich bei allen Gründungsmitgliedern, Mitgliedern, Fördermitgliedern und Partnern für die treue Unterstützung und Zusammenarbeit.

In Wilhelmshaven begrüßte Michael Blau die Kollegen, die unter anderem aus Stuttgart, Lübeck, Hannover, Maria Veen im Münsterland, Berlin, München, Bad Pyrmont, Gotha, Pirmasens und Hamm angereist waren. Am Donnerstagnachmittag führte Andreas Huisken, der stellvertretende Schulleiter, die angereisten Kollegen auf einem Schulrundgang durch die Küchen der Hauswirtschaft und Gastronomie, durch Werkstätten, Bauhallen und Fachräume. Schulleiterin Elke Schnitger und Abteilungsleiter Dieter Weist sprachen ein herzliches Willkommen aus und freuten sich über das bundesweite Fortbildungsinteresse der Berufsschullehrer.

Die Kollegen erwartete ein fachlich interessantes und prall gefülltes Fortbildungsprogramm. Am Freitag stand die Ganganalyse von Patienten mit eingeschränkter Gehfähigkeit nach Krankheit oder Unfall im Mittelpunkt. Dipl.-Ing. Roland Kleinschroth der Firma Savecomp Megascan gab einen Überblick über die Ergebnisse der neuesten Studien. Mit Druckmessplatten, über die der Patient läuft, gefilmt von Videokameras, beim EMG kontrolliert von Elektroden, die die Aktivität der Muskel messen, lässt sich der Gang des Patienten analysieren. Das automatisierte Bewegungsmuster von Fuß und Bein setzt sich als Bewegungskette von der Hüfte bis zum Schulterbereich und Kopf fort und kann Probleme und Schmerzen auslösen. Eine der Zuhörerinnen konnte auf dem Walkway, einer Gehstrecke mit Messplatten, sehen, wie ihr drei Tage alter Zehenbruch Schrittlänge, Druckspitzen beim Bremsen und Beschleunigen im Vergleich zum gesunden Fuß verändert hat. 

Die beiden Produktmanager der Firma Medi, Robert Kuhn und Lena Kruse aus Bayreuth, referierten am Freitag zum Thema Einlagen im Schuh. Bei Fußproblemen können Einlagen im geeigneten Schuh der Prävention, Leistungssteigerung, Aufrichtung des Fußgewölbes, der Korrektur der Abrollrichtung dienen. Der Blick auf die Anatomie des Fußes vertiefte das Verständnis vom Zusammenspiel der Knochen, Sehnen, Faszien, Bänder, Blutgefäße, Muskeln und Nerven im Fuß. Als eine Versorgungsmöglichkeit wurden die „igli“-Carbon-Einlagen vorgestellt, die individuell betten, stützen und korrigieren kann.

Frank Küper, Geschäftsführer der Firma Orthofaktur und Referent der Firma Perpedes GmbH, plädierte am Samstag mit drastischen Worten für ein neues Image, weg vom Krüppelschuster und Holzbeinschnitzer hin zum Orthopädieschuhmacher, der den Menschen als Ganzes im Blick hat. Bei der Begrüßung des Kunden gibt die Stärke des Händedrucks Aufschluss über den Muskeltonus und die Symmetrie der Körperhaltung einen Hinweis auf eine Fehlstellung in der Gliederkette des Bewegungsablaufs beim Gehen. Beim sensomotorischen Einlagensystem werden durch gezielte Stimulation der Sensoren in den Fußgelenken und der Fußmuskulatur geänderte Stellungsinformationen an das Zentralnervensystem übermittelt.

In der Jahresmitgliederversammlung wurden unter anderem die neuen Rahmenrichtlinien vorgestellt, die ab August 2015 die Weichen für Ausbildung und Berufsschulunterricht neu stellen. Im Rahmenprogramm zeigte eine Busfahrt durch den Jade-Weser-Port bis zur Kajenkante und eine Führung durch das Infocenter Wilhelmshavens Zukunft im wachsenden Containerverkehr. Ein Besuch des Wattenmeer-Besucherzentrums, des Deutschen Marinemuseum oder des Aquariums und die Premiere des Stücks „Wie im Himmel“ rundeten das die Tage in Wilhelmshaven kulturell ab.

Zum Schluss bedankte sich der Vereinsvorsitzende Michael Blau herzlich bei den Wilhelmshavener Kollegen Ruth Hartmann und Dirk Hinrichs für die Organisation und Ausrichtung der Fortbildung. Die nächste bundesweite Fortbildung soll nächstes Jahr in Frankfurt stattfinden und im Herbst 2015 sind alle Berufsschüler und Lehrkräfte auf die OST-Messe nach Köln eingeladen.