16. Juni 2015

HDS/L lehnt verpflichtende Herkunftskennzeichnung ab

Die Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung „Made in“ könnte in Kürze vom Tisch sein. Aktuell beschäftigt sich die EU-Kommission intensiv damit, wie sie in Zukunft weiter mit der Herkunftskennzeichnung umgeht. Am 28. Mai wurde auf dem Wettbewerbsfähigkeitsrat das Gesetzespaket zur Produktsicherheit und Marktüberwachung erneut behandelt. Dabei lehnte eine Mehrheit von 15 Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, die Einführung einer verpflichtenden Ursprungskennzeichnung in der Produktsicherheitsverordnung ab.

Die Kommission hatte eine technische Studie zu den möglichen Auswirkungen einer verpflichtenden Ursprungskennzeichnung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie stärken tendenziell die „Made in“ ablehnende Position.

In Folge der neuesten Abstimmungsergebnisse schätzt der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie deshalb die Chancen für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung als gering ein. „Die Kennzeichnung „Made in“ bringt keinen Nutzen“, ist HDS/L Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert, der die vorläufige Entscheidung begrüßt, überzeugt. „Sie bringt zusätzliche Kosten für die Unternehmen und keinen Nutzen für den Verbraucher bei der Ermittlung unsicherer Produkte. Gemessen an der neuen Strategie der EU-Kommission zugunsten einer effizienten EU-Gesetzgebung wäre das ein gutes Beispiel, um auf eine Regelung zu verzichten.“