01. Juli 2015

Wollseifer: "Flüchtlingsgipfel mehr als unbefriedigend"

"Die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen in der Flüchtlingspolitik bleiben deutlich hinter den Erwartungen des Handwerks zurück". Dies kritisierte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, am 19. Juni anlässlich des Flüchtlingsgipfels der Ministerpräsidentenkonferenz und der Bundesregierung. Das Handwerk sei bereit, in Ausbildung zu investieren - doch nach wie vor fehle es an Rechtssicherheit für die Betriebe.

"Die vom Handwerk und großen Teilen der Wirtschaft geforderte Regelung 3 plus 2 – keine Abschiebung während der 3jährigen Ausbildung und den sich anschließenden ersten beiden Beschäftigungsjahren - ist nicht beschlossen worden", monierte Wollseifer. 
"Im Aufenthaltsgesetz soll lediglich klargestellt werden, dass nur solche Flüchtlinge bzw. Asylsuchende, die höchstens 20 Jahre alt sind, etappenweise für jeweils ein Jahr bei erfolgreichem Verlauf der Ausbildung eine Bleibeperspektive erhalten sollen. Das ist mehr als unbefriedigend. Bundesregierung und die Länder müssen sich daher schnell auf eine möglichst einheitliche und ausbildungsfreundliche Verwaltungspraxis der Ausländerbehörden verständigen." 
 
Die jetzt beschlossenen Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachförderung seien eine erste, wichtige Facette, so Wollseifer. Doch nur die Ausbildung und Beschäftigung junger Flüchtlinge biete Gewähr für eine schnelle und nachhaltige Integration in die Wirtschaft und fördere so nachhaltig die Akzeptanz in der Gesellschaft.