07. August 2015

Praktika für Asylsuchende und Geduldete werden erleichtert

Marco2811/fotolia.de
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Das Bundeskabinett hat eine Änderung der Beschäftigungsverordnung beschlossen, mit der jungen Asylsuchenden und Geduldeten, die gute Bleibeperspektiven haben, der Zugang unter anderem zu berufsorientierenden und ausbildungs- beziehungsweise studienbegleitenden Praktika erleichtert wird.

Praktika gelten als Beschäftigungsverhältnisse, für die bisher grundsätzlich eine Zustimmung der BA erforderlich war. Künftig werden bestimmte Praktika von der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) ausgenommen, um junge Asylsuchende und Geduldete bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen und die spätere Aufnahme einer Ausbildung zu erleichtern. Dabei handelt es sich um Pflichtpraktika, Orientierungspraktika, ausbildungs- oder studienbegleitende Praktika bis zu einer Dauer von drei Monaten sowie die Teilnahme an einer Einstiegsqualifizierung oder Berufsausbildungsvorbereitung. Für diese Praktika muss nach dem Mindestlohngesetz kein Mindestlohn gezahlt werden.  

Von einem Praktikum zur beruflichen Orientierung ist insbesondere dann auszugehen, wenn noch keine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. Auch nach abgeschlossener  Berufsausbildung  kann  ein  Praktikum  der  beruflichen  Umorientierung  oder der  Orientierung zur Aufnahme eines Studiums dienen. Dabei ist es unerheblich, ob eine bestimmte Ausbildung im Anschluss an das Praktikum tatsächlich angetreten wird. Es können daher mehrere Orientierungspraktika zustimmungsfrei sein, wenn sich Asylsuchende und Geduldete für mehrere Ausbildungen orientieren möchten.