07. August 2015

Aufträge – aber keine Materialen

OSM Micha Oelsner

Sie steht kurz davor, ihre kleine Werkstatt in Südafrika zu schließen. Und das obwohl die Nachfrage nach qualitativer Orthopädischer Schuh- und Einlagenversorgung in Südafrika enorm ist. Doch Micha Oelsner kann derzeit dennoch kaum liefern. Wer Ideen hat, wie Micha Oelsner unterstützt werden kann und welche Firmen sie in Durban, Südafrika beliefern können, erhalten die Kontaktdaten über die Redaktion der "Orthopädieschuhtechnik".

Der Stand der Orthopädieschuhtechnik in Südafrika liegt weit hinter dem in Europa. Auch auf moderne Materialien und Maschinen, um vor allem schwierige Fälle sachgemäß zu behandeln, haben Handwerker vor Ort oft keinen Zugriff. Zudem sind die Kosten für notwendige handwerkliche Maßanfertigungen für die meisten Familien eine zu hohe finanzielle Belastung, können daher nicht zum Tarif, wie sie in Europa üblich sind, angeboten werden.

Micha Oelsner, über die wir in der Ausgabe 3 (Herbst 2011) berichtet hatten, hat seit vielen Jahren Mühe besagte Materialien und Hilfsmittel für ihre Patienten zu beschaffen. Einer der Gründe hierfür ist der schwierige und teure Transport aus dem Ausland: Leistenschaum beispielsweise lässt sich per Luftfracht aufgrund der niedrigen Temperaturen in großen Höhen nicht transportieren. Lokal werden viele, insbesondere Materialien für Diabetiker, gar nicht erst hergestellt und müssen daher teuer importiert werden. Für einen Einmannbetrieb ist dies eine riesen Belastung. Ein weiterer Grund für die aktuell prekäre Situation ist der Wechselkurs, der die Beschaffung aus der Euro-Zone erschwert. 

„Die Kunden benötigen unbedingt vernünftige Therapieschuhe, Semiorthopädische Schuhe und vor allem international anerkannte Diabetikerschutzschuhe“, sagt Micha Oelsner. In ihrer Heimat Südafrika kämpft sie schon seit Jahren dafür, Amputationen bei Diabetikern zu verhindern. Ihr Ziel ist es zudem, Erwachsenen und vor allem Kindern mit extremen Fußdeformitäten mit Hilfe von adäquaten therapeutischen Schuhen und Hilfsmitteln wieder auf die Beine zu helfen.

Micha Oelsner ist trotz der ungewöhnlich schwierigen Bedingungen nicht bereit aufzugeben. „Alleine ist es einfach nicht zu schaffen und daher bin ich nun auf der Suche nach Firmen, die mich bei der Beschaffung von Materialien oder gar Maschinen unterstützen“, erklärt sie.

Micha Oelsner ist der Meinung, dass trotz einer schwierigen ökonomischen Lage das rohstoffreiche Südafrika eine aussichtsreiche Zukunft hat und sich dort langfristige Investitionen im orthopädieschuhtechnischen Bereich lohnen könnten.

Mehr über Micha Oelsner erfahren Sie auch im „Talking with…“-Beitrag aus dem Jahr 2011. Wer Ideen hat, wie Micha Oelsner unterstützt werden kann und welche Firmen sie in Durban, Südafrika beliefern können, erhalten die Kontaktdaten über die Redaktion der "Orthopädieschuhtechnik".