26. August 2015

Diabetisches Fußsyndrom: Erläuterungen zur Risikoklasse VII erschienen

Bei der orthopädieschuhtechnischen Versorgung des diabetischen Fußsyndroms hat sich die Einteilung nach Risikoklassen bewährt, die 2006 von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe vorgestellt wurde. Diese Klassifikation wurde nun durch Erläuterungen und Tabellen zur Risikoklasse VII (akute Läsionen und aktive Diabetische Neuroosteoarthopathie) ergänzt. Die Erläuterungen sollen Verordnern, Handwerkern und Krankenkassen mehr Transparenz in der Versorgung und eine kürzere Bearbeitungszeit ermöglichen.

Die Risikoklasse VII listet Hilfsmittel zur temporären Versorgung von akuten Läsionen und florider (d.h. aktiver) „Diabetischer Neuroosteoarthopathie“ (DNOAP) auf. Nach neuer Nomenklatur heißt diese auch CN, Charcot Neuroarthropathie, da die Erkrankung ohne Diabetes vorkommen kann.

Die nun erarbeitete „schuhtechnische Versorgung des Diabetischen Fußsyndroms in der Risikogruppe VII“ konkretisiert die verschiedenen Erscheinungsformen des Diabetischen Fußsyndroms der Risikoklasse VII und erläutert die verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten samt  Mindeststandard und Besonderheiten. Sie gibt eine Hilfestellung für die Auswahl einer individuellen Versorgung und erleichtern das Abgrenzen zu den unterschiedlichen  Versorgungsmöglichkeiten. 

Hintergrund
Die Arbeitsgemeinschaft Fuß in der Deutschen Diabetes Gesellschaft hatte zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und dem Zentralverband Orthopädieschuhtechnik (ZVOS) bereits 2006 den Konsens „Schuhversorgung und Risikoklassen beim Diabetischen Fußsyndrom – und analogen Neuro-Angio-Arthropathien“ erarbeitet. Diese Klassifikation in Risikogruppen ist die Grundlage für die „Anleitung zur schuhtechnischen Versorgung beim Diabetischen Fußsyndrom“, kurz „Schuhverordnungsbogen“ genannt.

Im Jahr  2009 wurde der Schuhverordnungsbogen durch die AG Fuß der Deutschen Diabetes-Gesellschaft bundesweit als Beilage zur ärztlichen Verordnung eingeführt. Dieser Bogen  verkürzt bei den Kostenträgern die Bearbeitungszeit der Verordnungen durch mehr Transparenz und standardisierte Zusatzinformationen aus der Kommunikation zwischen Verordner, Orthopädieschuhmacher oder Orthopädietechniker. Die neu erarbeiteten Tabellen zur Risikoklasse VII stellen eine Ergänzung der bisherigen Anleitung zur schuhtechnischen Versorgung dar.

Genauere Informationen und Tabellen zur Risikoklasse VII werden in der Septemberausgabe der Zeitschrift Orthopädieschuhtechnik veröffentlicht.