08. September 2015

Flüchtlinge brauchen Vorbereitungskurse

Foto: pixabay.com
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Die Bildungsstätten des Handwerks sind bereit, junge Flüchtlinge auf die Ausbildung vorzubereiten, stellt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke gegenüber der Wirtschaftswoche (3. September 2015) fest. Bisher fehle es jedoch an der notwendigen Förderung.

„Die Bereitschaft unserer Betriebe zur Integration der Kriegsflüchtlinge ist enorm. Aber wir müssen auch sagen: Für den deutschen Arbeitsmarkt oder die duale Ausbildung fehlen in der Regel die unverzichtbaren deutschen Sprachkenntnisse“, sagte Schwannecke.

Es sei ebenfalls notwendig, die schulischen und beruflichen Kompetenzen jedes Flüchtlings festzustellen. Ohne vorbereitende Kurse seien die allermeisten Flüchtlinge nicht ausbildungsfähig. Bund und Länder müssten solche Berufsvorbereitungskurse intensiv fördern. Die Bildungsstätten des Handwerks stehen laut Schwannecke dafür bereit. Bisher könnten aber erst einige hundert Flüchtlinge diese Chance nutzen.

„Nur mit passfähiger Ausbildung haben diese Menschen eine Chance auf eine qualifizierte Tätigkeit in Deutschland. Das Handwerk will sie in Ausbildung und Arbeit bringen und aus Leistungsempfängern Steuer- und Beitragszahler machen“, betont der ZDH-Generalsekretär.

Zu aktuellen Flüchtlingsdebatte und den Beratungen von Bund, Ländern und Kommunen erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „Die Bewältigung der Flüchtlingsströme ist ein Akt humanitärer Verantwortung, zugleich auch ein politischer Gestaltungsauftrag. Es ist gut, dass die Politik jetzt auf allen Ebenen diesen Prozess aufnimmt und Hindernisse aus dem Weg räumt. Auch das Handwerk steht bereit. Unser Beitrag kann vor allem Integration durch Ausbildung und Arbeit sein.“

Notwendig sei es dafür, dass die jetzt in großer Zahl ankommenden Flüchtlinge schnell Deutsch lernen. Sprache sei der Schlüssel für einen gelungenen Berufseinstieg. „Ebenso notwendig ist es, die schulischen und beruflichen Kompetenzen der Flüchtlinge frühzeitig festzustellen. Ohne vorbereitende Kurse werden viele Flüchtlinge nicht ausbildungsfähig sein. Bund und Länder müssen solche Ausbildungs- und Berufsvorbereitungskurse auf den Weg bringen."