09. September 2015

Umfrage "Zukunfts-Monitor" zeigt Einstellung der Deutschen zu Gesundheitstechnologien

Jim/fotolia.de
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Roboter in der Pflege, Implantate für eine bessere Gedächtnisleistung – viele Deutsche haben wenige Berührungsängste, wenn es um visionäre Medizintechnik geht. Das geht aus dem Zukunfts-Monitor "Gesundheit neu denken" hervor – einer repräsentativen Befragung, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegeben hat. Rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) können sich demnach vorstellen, von Robotern gepflegt zu werden. Implantate für mehr Konzentration oder Gedächtnisleistung befürworten sogar 51 Prozent der Befragten. Besonders jüngere Menschen finden diese Idee reizvoll (14 bis 19 Jahre: 62,3 Prozent).

Insgesamt sehen die Befragten viel Potenzial im Einsatz digitaler Technologien im Gesundheits-, Pflege- und Fitnessbereich. Besonders so genannte Wearables – also Fitnessarmbänder oder Kleidungsstücke, die Biodaten messen – nehmen die Bürgerinnen und Bürger als Chance wahr (55 Prozent). Große Möglichkeiten messen die Deutschen der Telepflege zu (51 Prozent), also der computergestützten Überprüfung von Gesundheitsdaten durch Hausarzt oder Pflegedienst aus der Ferne. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Bevölkerung einen hohen Anspruch an die Sicherheit von online gespeicherten Daten stellt. Eine erhebliche Anzahl der Befragten hat Bedenken, ihre Daten im Netz zu teilen (62 Prozent) oder lehnt es ab, sie der Krankenkasse zur Verfügung zu stellen (67 Prozent).

Insgesamt steht die Landbevölkerung den digitalen Technologien aufgeschlossener gegenüber als Städter. 53,9 Prozent der Landbevölkerung sehen zum Beispiel eher Chancen in der Telepflege gegenüber 44,1 Prozent der Städter. Im Vergleich Ost-West zeigen sich die Bewohner der neuen Länder offener als die der alten. Die Befragten in den neuen Bundesländern schätzen die Chancen der einzelnen Technologien fast durchgängig höher ein als im Westen, im Fall von Telemedizin sehen zum Beispiel 43,1 Prozent der Ostdeutschen hier Chancen gegenüber 36,3 Prozent der Westdeutschen.

Der ZukunftsMonitor basiert auf rund 1000 persönlichen Interviews, die TNS Emnid im Juli im Auftrag des BMBF durchgeführt hat. Die Umfrage ist der Auftakt des neuen BMBF-Bürgerdialogs "ZukunftsForum". Bis 2017 sind im BMBF zu verschiedenen Zukunftsthemen jeweils eine repräsentative Befragung (der "ZukunftsMonitor"), ein moderierter Workshop mit 50 Bürgerinnen und Bürgern (der "ZukunftsTag") sowie ein  Bürgerdialog mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, geplant (die "ZukunftsNacht"). Die Ergebnisse des Dialogs werden vom BMBF ausgewertet und in die Entwicklung langfristiger Innovationsstrategien einbezogen.