29. Oktober 2015

3. ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK 2015: Gelungene Neuerungen beim Wiedersehen in Köln

Am 23. und 24. Oktober 2015 fand in Köln die 3. ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK statt. Der Branchentreff überzeugte durch seine einzigartige Position im internationalen Messe- und Kongressgeschehen sowohl die Aussteller als auch die Besucher. Zwei Trends bestätigten sich: Messe und Kongress wurden größer - und internationaler.

Ausstellung gefragt wie nie
Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass die ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK auch in ihrer dritten Auflage weiter auf Wachstumskurs ist: Mit 8.250 Quadratmetern war die diesjährige Ausstellungs- und Kongressfläche so groß wie nie – ein Zuwachs von 18 Prozent. Dazu trugen nicht nur die größeren Stände vieler Aussteller bei, auch ganz neue Firmen waren vertreten. So präsentierten sich beispielsweise einige Start-Ups mit ihren Leistungen in einem eigenen Messebereich dem Publikum. Und auch aus dem Ausland hatten mehr Aussteller als noch vor zwei Jahren einen Stand in Köln – insgesamt waren 165 Firmen beim Branchentreff vertreten, 15 Prozent mehr als 2013. „Einen so umfassenden und konzentrierten Überblick über die Orthopädieschuhtechnik werden Sie nirgends sonst auf der Welt finden. Beste Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Messe“, zeigte sich Veranstalter Carl Otto Maurer, Chef der C. Maurer Fachmedien GmbH aus Geislingen, schon bei der Messeeröffnung von den Entwicklungen begeistert.

Die Besucherzahlen an den beiden Messe- und Kongresstagen gaben ihm Recht: 3.852 Besucher aus fast 40 Staaten kamen in die Rheinmetropole und nutzten den Branchentreffpunkt, um sich zu informieren, auszutauschen, Neues kennenzulernen und sich weiterzubilden. Sowohl auf der Messe selbst als auch im Kongress und in den parallel laufenden Seminaren wurden die Teilnehmerzahlen der vorherigen Veranstaltung in den Jahren 2011 und 2013 weit übertroffen – fast alle Seminare waren ausgebucht. „Das zeigt, dass wir auch in diesem Jahr mit unserer Themenauswahl richtig lagen. Beim Kongress haben wir die Sitzplatzkapazität erhöht, damit auch noch spontan Besucher teilnehmen konnten“, zog Carl Otto Maurer auch für das Fachprogramm eine positive Bilanz.

Der Branchentreff 2015 sollte nach dem bewährten Konzept eine Veranstaltung der kurzen Wege sein, daher lagen Messe und Kongress nah beieinander, Kongress und Seminare allerdings in neuen Räumlichkeiten. Hier wurde erneut ein praxisorientiertes Vortragsprogramm angeboten, dass bei den Besuchern aus aller Welt auf großes Interesse stieß. Denn wie schon 2013 wurde für die internationalen Gäste simultan ins Englische übersetzt. Für eine Reisegruppe aus Japan ermöglichten zwei der Kongressreferenten einen separaten, ins Japanische übersetzten Vortrag über besondere Versorgungsfälle.

Im Gespräch mit der Politik
Das Thema Diabetes beschäftigt die Orthopädieschuhtechnik seit über 20 Jahren und stand deshalb auch beim Kongress im Mittelpunkt. Mit dem Bundestagsabgeordneten Dietrich Monstadt konnte man einen Mitstreiter für die Prävention des Diabetes gewinnen, denn aus Monstadts Feder stammen die wesentlichen Inhalte der Nationalen Diabetesstrategie, deren Grundzüge Monstadt in seinem Vortrag präsentierte.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde anschließend mit ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer, Dr. Dirk Hochlenert (AG Diabetischer Fuß der DDG) und ZVOS-Präsident Werner Dierolf diskutiert, wie Folgeerkrankungen verhindert und die Vertragssituation bei der Behandlung des diabetischen Fußes verbessert werden können. Beim anschließenden Gang über die Messe zeigte sich Hans Peter Wollseifer beeindruckt über die Größe und den guten Besuch der Veranstaltung.

Nachwuchs schnupperte Messe-Luft
Auf großes Echo stieß auch der erneut abgehaltene „Lehrlingstag“. Am Freitag waren alle Auszubildenden der Orthopädieschuhtechnik nach Köln eingeladen worden, organisiert vom Zentralverband Orthopädieschuhtechnik (ZVOS). Bei freiem Eintritt, einem Fahrtkostenzuschuss, der von einem Sponsorenkreis getragen wurde, und einem speziellen Fachprogramm, nutzten die aus ganz Deutschland, Österreich und sogar Japan angereisten Nachwuchs-Orthopädieschuhmacher die Möglichkeit, für einen Tag den Schul- und Werkstattalltag gegen das Messegeschehen zu tauschen. Begeistert von dieser Aktion waren nicht nur die Lehrlinge selbst, auch die Aussteller freuten sich über den Kontakt zu den Kunden von morgen und die vielen interessierten Gäste auf ihren Messeständen.

In drei eigens für die Auszubildenden angebotenen Seminaren wurde dann doch ein bisschen Unterricht gemacht und am FORUM, der Bühne in der Messehalle, wurde in spannenden Vorträgen und einer Podiumsdiskussion die Bedeutung der handwerklichen Arbeit aufgezeigt. Passend dazu gab es die CAMPUS-Fläche, auf der sich die deutschen Meisterschulen des Orthopädieschuhtechnik-Handwerks und die Fachhochschule Münster mit ihrem Kursangebot präsentierten – ein Angebot, dass nicht nur die Lehrlinge gerne nutzten. Angelockt wurden sie auch vom neuen, spannenden Gesamtkonzept „Tatort Fuß“. Dabei galt es, einen überdimensionalen Fußabdruck einem der potenziellen „Täter“ zuzuordnen, deren Profile auf den Messeständen der Bildungsträger zu finden waren.

Internationaler und erstmals mit Posterpräsentation
Besonders wichtig war es den Veranstaltern, Wissenschaft und Handwerk miteinander ins Gespräch zu bringen. Dafür wurde erstmals eine Posterpräsentation veranstaltet – platziert in der Messehalle. Diese soll auch zukünftig allen die Gelegenheit bieten, ihre Arbeiten auf einfache Weise im wissenschaftlichen Rahmen vorzustellen. Denn auf wissenschaftlichen Kongressen sind Poster nicht wegzudenken. Auf ihnen werden Studienergebnisse und Fallbeispiele vorgestellt. Sie vermitteln neue Erkenntnisse und sorgen dafür, dass Wissen verbreitet und Fragen im Kollegenkreis diskutiert werden. Der Jury-Preis ging in diesem Jahr an Kris Cuppens, Thomas More MOBILAB Belgien, mit dem Poster „Reliability of foot assessments and the relation to gait lab measurements“. Das Publikum wählte das Poster von Dr. Martin Daumer und Kollegen mit dem Poster „Development and testing of a new type of „barefoot running shoe“: The freeheel runningpad“ zum Sieger.

Der IVO nutzte die Veranstaltung in Köln für eine Delegiertenversammlung seiner Mitglieder und stellte im Rahmen eines Seminars sein jüngstes Projekt vor: Die Leistungen der Orthopädieschuhtechnik sollen in den Kanon der Gesundheitsleistungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen werden. Vor allem Ländern, in denen sich die Orthopädieschuhtechnik erst entwickelt, hätten so eine wichtige Referenz für den Aufbau von Ausbildungs- und Versorgungsstrukturen.

Köln, wir kommen 2017 wieder!

Am 20. und 21. Oktober 2017 kehren wir nach Köln zurück! Informationen zur 4. ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK 2017 finden Sie auf www.OST-Messe.de.


Messeteam der 3. ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK