24. November 2015

Lederprodukte enthalten weiterhin zu viel Chrom VI

Hohe Gehalte von Chrom VI in Lederwaren mussten die Überwachungsbehörden immer wieder beanstanden. 2014 standen es neben Nickel in Modeschmuck deshalb im Mittelpunkt der Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeüberwachung. Die Ergebnisse, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 23. November 2015 in Berlin vorstellte, zeigen nur punktuelle Verbesserungen.

Chrom VI kann bei vielen Menschen Allergien auslösen und gilt als krebserregend. Obwohl Chrom VI in Bedarfsgegenständen aus Leder analytisch nicht nachweisbar sein darf, wurden schon bei einer Untersuchung 2009 häufig Rückstände über der Nachweisgrenze von 3 mg/kg gefunden. Das Programm im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplans wurde 2014 wiederholt. Dabei zeigte sich, dass bei den 386 untersuchten Proben weiterhin häufig Chrom VI gefunden wurde. So wurde bei 16 Prozent der Messungen die Nachweisgrenze überschritten. Besonders oft waren Handschuhe und Fingerlinge (33 Prozent Überschreitungen), Rucksäcke, Koffer und Taschen (25 Prozent), Arbeitsbekleidung (23 Prozent) und Schuhe (13 Prozent) belastet. Proben aus Deutschland waren weniger häufig auffällig (12 Prozent) als Proben aus China (33 Prozent).

„Es ist an der Zeit, dass sowohl die Hersteller als auch die Importeure dafür sorgen, dass die Grenzwerte eingehalten werden“, forderte der Präsident des BVL, Dr. Helmut Tschiersky angesichts der gesundheitlichen Risiken. Die Überwachungsbehörden der Länder werde  die entsprechenden Produktgruppen weiterhin verstärkt kontrollieren.