04. Dezember 2015

Prüfung ärztlicher verordneter Leistungen: KBV und GKV-Spitzenverband schließen neue Vereinbarungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich zum 1. Dezember auf Vereinbarungen zur Prüfung ärztlich verordneter Leistungen geeinigt. Dies betriftt neben Arzneimittelverordnungen auch Heilmittel und weitere ärztlich veranlasste Maßnahmen. Durch die Vereinbarungen soll die Regressgefahr für Ärzte sinken, teilt die KBV mit. 

Zum Hintergrund: Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz haben KBV und GKV-Spitzenverband unter anderem den Auftrag erhalten, die Wirtschaftlichkeitsprüfungen neu zu strukturieren. Dazu gehört die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem sichergestellt werden soll, dass Ärzte, die in ihrem Verordnungsverhalten statistisch erstmalig auffallen, zunächst eine Beratung erhalten.

Sie sollen nicht von vornherein mit finanziellen Nachforderungen konfrontiert werden. Die KBV konnte erreichen, dass der Grundsatz „Beratung vor weiteren Maßnahmen“ erneut gilt, wenn zuletzt festgesetzte Maßnahmen mehr als fünf Jahre zurückliegen. „Dass Regresse künftig verjähren, ist ein Paradigmenwechsel in der Wirtschaftlichkeitsprüfung“, sagte Dipl.-Med.Regina Feldmann, Vorstand der KBV.

Zudem sollen maximal fünf Prozent der Ärzte einer Fachgruppe von Auffälligkeitsprüfungen betroffen sein. Neu zugelassene Vertragsärzte werden besonders entlastet. „Sie brauchen erst ab dem dritten Prüfzeitraum mit einer Beratung als Maßnahme der Wirtschaftlichkeitsprüfung zu rechnen“, erläuterte Regina Feldmann. „Damit bekommen sie mehr Zeit, sich mit den Regeln für ein wirtschaftliches Verordnungsverhalten im vertragsärztlichen Bereich vertraut zu machen.“

Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassenverbände werden auf regionaler Ebene geeignete Vereinbarungen zur Prüfung ärztlich verordneter Leistungen treffen, teilt die KBV mit. Dabei sind sie in der Wahl der Prüfungsart und -methode grundsätzlich frei. Dies gilt auch für den Prüfgegenstand. Statt Richtgrößen sind Wirtschaftlichkeits- und Versorgungsziele zum Beispiel auf Basis des Medikationskataloges der KBV denkbar. Es besteht auch die Möglichkeit, Ärzte mit geringem Verordnungsumfang gänzlich von der Prüfung auszunehmen und Geringfügigkeitsgrenzen zu vereinbaren. © sw/orthopädieschuhtechnik

Quelle: KBV