14. Januar 2016

Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen

Die Broschüre „Potenziale nutzen – ­geflüchtete Menschen beschäftigen“ kann kostenlos heruntergeladen werden.

Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen und hier Asyl erhalten, gelten auch als Chance für den Arbeitsmarkt. Sie könnten dem heute schon bestehenden Fachkräftemangel begegnen und langfristig den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften sichern. Neben der Sprachbarriere stehen der Integration in den Arbeitsmarkt oder dem Abschluss eines Ausbildungsvertrages aber auch bürokratische Hürden im Weg, die im Vorfeld abgeklärt werden sollten. Unter dem Titel „Potenziale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigen“ bietet die Bundesagentur für Arbeit eine Broschüre an, in der die nötigen Informationen zusammengefasst sind.

Wichtigste Regeln sind, dass anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen jede Beschäftigung annehmen dürfen. Bei Asylsuchenden mit ­Aufenthaltsgestattung und Personen mit Duldung müssen die Arbeitgeber folgende Punkte beachten: Die Ausländerbehörde kann für beide Gruppen nach drei Monaten eine Arbeits­erlaubnis erteilen. Die Behörde hat bei ihrer Entscheidung grundsätzlich ein Ermessen. Danach besteht grundsätzlich ein nachrangiger Arbeitsmarkt­zugang, das heißt für eine konkrete Beschäftigung muss eine Erlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragt werden, die wiederum die Bundesagentur für Arbeit um Zustimmung anfragen muss.

In der Broschüre werden auch Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber erläutert. Auf der Internetseite der Arbeitsagentur (www.arbeits­agentur.de) finden sich weitere Informationen für Arbeitgeber und für Flüchtlinge. Die Inhalte stehen außer in deutscher Sprache auch auf Arabisch, Englisch und Französisch zur Verfügung.

Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat gemeinsam mit dem Innenministerium einen Flyer aufgelegt. Dieser beschäftigt sich speziell mit der Frage der Ausbildung im Handwerk und den rechtlichen Fragen, die sich ­dabei stellen. Auf der Internetseite des ZDH gibt es jetzt eine Unterseite, auf der laufend die aktuellen Infos eingestellt werden. Auf dieser speziell für die Arbeits- und Ausbildungssuche von Flüchtlingen gestaltete Seite finden sich weitere aktuelle Informationen zum Thema.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Regelungen finden Sie auch in der Ausgabe 10/2015 der Orthopädieschuhtechnik (S. 64/65).

Die Broschüre „Potenziale nutzen – ­geflüchtete Menschen beschäftigen“ als PDF zum Download gibt es hier.