16. Februar 2016

Rund die Hälfte der Versicherten zweifelt an Selbstzahlerleistungen

Foto: AOK Mediendienst
Foto: AOK Mediendienst

Sind Selbstzahler-Leistungen beim Arzt nützlich? Eher nicht, meinen 38 Prozent der gesetzlich Versicherten. Nein, sie sind auf keinen Fall nutzbringend, sagen weitere 15 Prozent. Damit hat gut die Hälfte der Versicherten (53 Prozent) Zweifel am Nutzen von sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts für Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) der Techniker Krankenkasse (TK).

Zweifel am Nutzen von medizinischen Angeboten bestehen aber nicht nur bei Selbstzahler-Leistungen: Jeder vierte Befragte (27 Prozent) berichtet zudem von dem Eindruck, dass ein Arzt generell manchmal oder sogar häufig unnötige Untersuchungen oder Behandlungen empfiehlt. Trotz anfänglicher Bedenken lässt sich ein Drittel der zweifelnden Patienten (33 Prozent) vom Arzt überzeugen und unterzieht sich der vorgeschlagenen Diagnostik oder Therapie. Die drei Hauptgründe dafür: Vertrauen in die ärztliche Kompetenz, die Meinung, eine Diagnostik oder Therapie mehr könne nicht schaden, und die Angst, sich falsch zu entscheiden.

Versicherte, die von ihrem Arzt ein IGeL-Angebot bekommen, sollten sich aus Sicht der TK genau erklären lassen, welchen Nutzen die Methode für sie hat und welche Risiken damit möglicherweise verbunden sind. Um sich informiert für oder gegen eine Selbstzahler-Leistung zu entscheiden, empfiehlt die TK unter anderem den IGeL-Monitor (www.igel-monitor.de). Das Internetportal hat mittlerweile rund 30 Leistungen auf wissenschaftlicher Basis in Hinblick auf Nutzen und Schaden unter die Lupe genommen. Keines der untersuchten Angebote wurde positiv bewertet. Vier Angebote sind als "tendenziell positiv" eingestuft. 14 Angebote wurden als "tendenziell negativ" bewertet, drei Selbstzahler-Leistungen sogar als "negativ". 13 Angebote wurden als "unklar" eingestuft.