02. März 2016

Patientenbeauftragter Karl-Josef Laumann fordert bessere Hilfsmittelversorgung

Karl-Josef Laumann. (Foto: privat)
Karl-Josef Laumann. (Foto: privat)

Staatssekretär Karl-Josef Laumann fordert in einem Positionspapier mehr Qualität und mehr Transparenz in der Hilfsmittelversorgung. Den Patientenbeauftragten der Bundesregierung hatten hierzu viele Beschwerden von Versicherten erreicht, wonach die Versorgung insbesondere im Bereich Inkontinenzprodukte qualitativ nicht ausreichend ist. "Bei der Versorgung mit einigen Hilfsmitteln läuft derzeit etwas mächtig schief", so Laumann. "Und das muss sich schleunigst ändern."

Versicherte hätten einen klaren gesetzlichen Anspruch auf Hilfsmittel, die qualitativ und quantitativ dem aktuellen Stand der Medizin entsprechen, so Laumann - und das ohne Aufzahlung. Um dies sicherzustellen, fordert der Staatssekretär eine Reihe von Maßnahmen. Unter anderem eine Verpflichtung des GKV-Spitzenverbandes, innerhalb gesetzlich klar vorgegebener, angemessener Fristen das Hilfsmittelverzeichnis zu aktualisieren.

Laumann kritisiert das Vorgehen der Krankenkassen, bei Ausschreibungen den Zuschlag vorrangig nach dem Kriterium des niedrigsten Preises zu erteilen. Hier fordert Laumann, eine angemessene Qualität statt "Dumpingpreise" zum Entscheidungskriterium zu machen.

Laumann spricht sich dafür aus, den Versicherten mehr als ein aufzahlungsfreies Produkt anzubieten, da nicht jedes Produkt für jeden Versicherten geeignet sei. Leistungserbringer sollten aus seiner Sicht gesetzlich dazu verpflichtet werden. Zudem regt er an, Versorgungsverträge stärker zu überprüfen, beispielsweise durch Versichertenbefragungen, Prüfungen des MDK oder noch zu schaffende Beschwerdestellen.

In seinem Positionspapier fordert der Staatssekretär mehr Transparenz darüber, wie viele Versicherte in welcher Höhe Aufzahlungen leisten. Krankenkassen sollten ihmzufolge dazu verpflichtet werden, diese Daten zu veröffentlichen, um einen Vergleich der Krankenkassen-Leistungen durch Versicherte zu ermöglichen. "Damit erhalten Krankenkassen einen klaren Anreiz, die Versorgung an den Bedürfnissen und Präferenzen der Patientinnen und Patienten zu orientieren", so Laumann.

Des Weiteren werde er sich für eine Weiterentwicklung des Präqualifizierungsverfahrens einsetzen.

Das Positionspapier können Sie hier abrufen.