11. März 2016

Eurocom fordert stetige Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnisses

Patienten müssen die Hilfsmittelversorgung erhalten, die für sie jeweils individuell erforderlich ist, einen Krankheits- und Behinderungsausgleich möglich macht und auf dem neusten Stand der Technik ist, fordert der Industrieverband Eurocom. In seiner Stellung­nahme zum Eckpunktepapier „Weiterentwicklung der Qualität der Hilfsmittelversorgung“ des Bundesministeriums für Gesundheit fordert Eurocom daher die stetige Aktualisierung und Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses.

„Die aktuelle Version des Hilfsmittelverzeichnisses ist in vielen Teilen veraltet und entspricht weder dem aktuellen Stand der Technik noch dem der Medizin“, betont Dr. Ernst Pohlen, Geschäftsführer der Eurocom. „Der GKV-Spitzenverband und der Medizinische Dienst, so unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit, erfüllen diese Aufgabe jedoch nur unzureichend. Sie verfügen weder über ausreichend Personal noch über das erforderliche Know-how“, meint er.

Eurocom fordert daher, dass Industrie und Handwerk künftig eine größere Rolle bei der Fortschreibung einnehmen und über ein reines Stellungnahmerecht hinaus aktiv  eingebunden werden. Dies sichere eine frühzeitige Einbindung von Fach­expertise und vermeide eine Zunahme von Verwaltungs- und Personalkosten auf Seiten des GKV-Spitzenverbandes. Auch Ärzteschaft und Patientenvertreter sollten nach Auffassung des Industrieverbandes ein Mitwirkungsrecht erhalten.

Eine klare Absage erteilt Eurocom den Vorstellungen des Gesundheitsministeriums, Listungsfristen und Gebühren für die Aufnahme in das Hilfsmittelverzeichnis einzuführen. „Eine zeitlich befristete Aufnahme von Produkten in das Hilfsmittelverzeichnis in Produktgruppen mit hoher Innovationsdynamik halten wir für nicht zielführend. Eine solche Listungsfrist würde bei den Herstellern zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand für stetige Neu- und Weiteranmeldungen im Hilfsmittelverzeichnis führen und damit Innovationen langfristig verhindern“, heißt es in der Stellungnahme. Insbesondere kleine und mittlere Hersteller könnten dadurch von der Neuanmeldung innovativer Produkte abgeschreckt werden, so Eurocom.