29. März 2016

Krankenhausärzte dürfen Hilfsmittel verordnen

Nachdem die Neufassung der Hilfsmittel-Richtlinie in Kraft getreten ist, ist es amtlich: Ab sofort dürfen auch Krankenhausärzte im Rahmen des so genannten Entlassmanagements Hilfsmittel verordnen.

Bislang war die Verordnung medizinischer Hilfsmittel wie Bandagen, Orthesen oder medizinischen Kompressionsstrümpfen niedergelassenen Ärzten vorbehalten. Wenn ein Patient im Krankenhaus bereits ein Hilfsmittel benötigte, das er auch zu Hause weiter benötigte, musste er bis jetzt  umgehend nach Verlassen des Krankenhauses einen niedergelassenen Arzt aufsuchen und sich ein Rezept für das Hilfsmittel ausstellen lassen.

Nicht zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel wie Orthesen können mit der Neufassung der Hilfsmittel-Richtlinie nun auch dauerhaft vom Krankenhaus verordnet werden. Der Industrieverband Eurocom sieht darin eine positive Entwicklung, die Versorgungsbrüche nach dem stationären Aufenthalt vermeide: „Die neue Hilfsmittel-Richtlinie begrüßen wir sehr“, sagt Eurocom-Geschäftsführer Dr. Ernst Pohlen. „Sie schafft endlich Klarheit in einem Bereich, der bislang eine Grauzone war.“

Die Änderung der Hilfsmittel-Richtlinie war erforderlich geworden, weil der Gesetzgeber mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz bereits die Möglichkeit geschaffen hatte, dass Krankenhäuser für eine Übergangsfrist von sieben Tagen ambulante Leistungen wie Hilfsmittel, Heilmittel und Arzneimittel verordnen sowie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen dürfen.

Die Neufassung der Hilfsmittel-Richtlinie steht auch auf der Internetseite der Eurocom unter www.eurocom-info.de (Orthopädische Hilfsmittel – Downloads) zum Download zur Verfügung.