29. März 2016

PG 08 im Hilfsmittelverzeichnis: Gesundheitshandwerke nehmen Stellung

Zur geplanten Fortschreibung der Produktgruppe 08 des Hilfsmittelverzeichnisses haben die Arbeitsgemeinschaft Orthopädieschuhtechnik, der Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik, der Zentralverband Orthopädieschuhtechnik und der Herstellerverband Eurocom e. V. eine gemeinsame Stellungnahme verfasst. Darin machen sie Verbesserungsvorschläge zur Fortschreibung, äußern aber auch Kritik.

Die Stellungnahme begrüßt die Fortschreibung der Produktgruppe, drückt aber auch das Bedauern aus, dass die grundsätzlichen Vorschläge zur Neustrukturierung der Produktgruppe, die man schon im Herbst 2011 vorgelegt hatte, weitgehend nicht berücksichtigt worden seien.

So weisen die Verbände  darauf hin, dass eine Mindestgebrauchszeit von zirka einem Jahr für den Einlagen nicht realistisch ist. Die bisherigen Verfahrensweisen und die langjährige Erfahrung aus der Praxis hätten eine durchschnittliche Nutzungsdauer bei Einlagen von zirka sechs Monaten gezeigt.

Zudem wendet sich die Stellungnahme der Verbände gegen die Aussage, dass eine Mehrfachausstattung des Versicherten mit gleichartigen Einlagen nur im begründeten Einzelfall möglich ist. Gerade bei der Erstausstattung der Versicherten mit Einlagen sei mindestens eine zweifache Ausstattung erforderlich. Wenn die Menge der Einlagen so begrenzt würde wie beschrieben, können die Patienten die Einlagen aus hygienischen Gründen nicht dauerhaft und verordnungsgemäß tragen, so die Verbände.

Die Gesundheitshandwerke lehnen zudem den Ausschluss sensomotorischer und propriozeptiver Einlagen aus der Hilfsmittelversorgung ab. Diese Einlagen hätten eine nachgewiesene Wirkung und würden aus medizinischer Sicht für die Versorgung der Patienten benötigt. Sie würden schon seit Jahren mit großem Erfolg bei der Versorgung von Patienten eingesetzt. Als Bestandteil der Versorgungspraxis seien sie Gegenstand entsprechender Verträge.

Des weiteren weisen die Verbände auf nötige Änderungen zu verschiedenen Produktgruppen hin, unter anderem zu Einlagen mit  Längs- und Quergewölbestütze zu Schaleneinlagen oder zu Einlagen mit Rigidusfedern. Diese Änderungsvorschläge zielendarauf ab, praxisgerechte Lösungen mit einer optimalen Patientenversorgung zu verbinden.

Festbeträge zu niedrig
Die Verfasser der Stellungnahme weisen darauf hin, dass die künftige Höhe der Festbeträge für Einlagen den Kosten nicht angemessen sind, die durch die den Leistungserbringern durch die handwerkliche Anmessung, Fertigung, Abgabe und Kontrolle der Einlagenversorgung durch fachlich qualifiziertes Personal enstehen. Zudem nehme die Kostenbelastung der Betriebe durch den gestiegenen Dokumentationsaufwand weiter zu. „Daher müssen aus unserer Sicht die Festbeträge deutlich angehoben werden“, so die Verbände. Sie fordern Aufschluss über die Kalkulationsgrundlagen für die Festlegung und Berechnung der Festbeträge.

© best/orthopädieschuhtechnik