11. Mai 2016

OTWorld mit Besucherrekord

OTWorld_16_klein ostechnik.de - OTWorld mit Besucherrekord
Foto: OT World
Foto: OT World

Mit 21.300 Besuchern an den vier Messe- und Kongresstagen konnte die OTWorld die Besucherzahl gegenüber der letzten Veranstaltung steigern (2014: 20.400 Besucher). Aus 86 Ländern kamen die Gäste auf das Leipziger Messegelände, um sich über die Entwicklungen und Innovationen der Hilfsmittelversorgung zu informieren sowie über die Versorgungsqualität zu diskutieren. 37 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland.

Der weltweit größte Branchentreff für die Orthopädie- und Rehatechnik bot mit 542 Ausstellern und 330 Referenten aus der ganzen Welt einen umfassenden Überblick  über die Prothetik, Orthetik, Technische Rehabilitation und den Fachhandel der Zukunft. Auch die Orthopädieschuhtechnik war bei den Kongressthemen und bei den Ausstellern gut vertreten.

Zeichen für mehr Versorgungsqualität
„Weltweit haben etwa 15 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zur Hilfsmittelversorgung oder werden nicht ausreichend versorgt. Dies entspricht etwa zwei Milliarden Menschen. Das ist eine riesen Herausforderung“, erklärt Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik. „Um Lösungen für den Zugang und die entsprechende Versorgungsqualität zu entwickeln, müssen Experten aus aller Welt zusammenkommen und sich austauschen. Technische Orthopädie heißt partnerschaftlicher, interdisziplinärer Austausch."

Hilfsmittelverzeichnis zeigt Aktualisierungsbedarf
Dass auch die Hilfsmittelversorgung in einem entwickelten Industrieland wie Deutschland eine Herausforderung bleibt, zeigte sich in Leipzig an vielen Stellen. Wie ein roter Faden zog sich dabei die Kritik am aktuellen Zustand des Hilfsmittelverzeichnisses durch die Veranstaltung. Sowohl Vertreter der Verbände aus dem Hilfsmittelbereich und der Industrie waren sich einig, dass es bezüglich der gelisteten Produkte, seiner Struktur und der Beschreibung der Leistungen nicht mehr aktuell ist und somit auch die Patienten nicht mehr nach dem aktuellen Stand der Technik versorgt werden können.

Dass diese Botschaft inzwischen auch bei der Politik angekommen ist, zeigte sich in einer Podiumsdiskussion zur Hilfsmittelversorgung, an der als Vertreter der Orthopädieschuhtechnik ZVOS-Präsident Werner Dierolf teilnahm. In der von BIV-OT-Präsident Klaus Lotz moderierten Diskussion erklärte Dietrich Monstadt, Mitglied des Gesundheitsausschusses des Bundestages, dass das Hilfsmittelverzeichnis dringend modernisiert werden müsse. Auch Andreas Brandhorst, als Referatsleiter im Gesundheitsministerium auch zuständig für Hilfsmittel, erklärte, dass das Hilfsmittelverzeichnis in vielen Bereichen nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht. Eine ständige Fortschreibung des Verzeichnisses sei notwendig, so Brandhorst, und künftig sollen nach dem Willen des Ministeriums auch die Leistungserbringer vorhersehbarer in die Fortschreibung eingebunden werden.

Kongress gut besucht
Hochzufrieden über den Zuspruch zum Programm des Weltkongresses äußerte sich der Kongresspräsident von 2016, Prof. Dr. Frank Braatz. „Insbesondere die Ausrichtung des Kongresses am Alltag der Versorgung und der Schwerpunkt auf die Interdisziplinarität nach dem Motto ‘Aus dem Fach für das Fach’ hat sich sehr bewährt.“ Neben den klassischen Schwerpunkten der Orthetik und Prothetik seien die neu angebotenen Werkstattgespräche, Kurse und das Offene Forum sehr gut besucht und von den Kongressteilnehmern sehr gut angenommen worden.

Die nächste OTWorld wird vom 8. bis 11. Mai 2018 in Leipzig veranstaltet. Den Vorsitz des Programmkomitees des Weltkongresses wird Prof. Dr. Volker Bühren, Chefarzt Unfallchirurgie & Sportorthopädie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen und Ärztlicher Direktor für Rekonstruktive Unfallchirurgie und Orthopädie an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau, übernehmen.