04. Mai 2016

Handwerkliche Berufsorientierung für Flüchtlinge wird praxisnah gestaltet

Mit der „Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten junge Flüchtlinge vertiefte Einblicke in Ausbildungsberufe des Handwerks. Eine intensive 13-wöchige Berufsorientierung soll ihnen Wege in eine Berufsausbildung eröffnen.

Die „Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF“ ist Teil der gemeinsamen Qualifizierungsinitiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ des BMBF, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Bis zu 10.000 junge Flüchtlinge sollen eine Chance auf eine Ausbildung im Handwerk erhalten.

Während der gesamten Maßnahme werden die Teilnehmer fachsprachlich qualifiziert und von einem Projektbegleiter individuell unterstützt. Die Berufsorientierung gliedert sich in Werkstatttage, welche in Lehrwerkstätten in geschütztem Raum stattfinden, und eine anschließende Betriebsphase.

Werkstatttage zur vertieften Berufsorientierung
Die Werkstatttage finden in den Lehrwerkstätten von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten der Handwerksorganisationen (ÜBS) oder ihrer Kooperationspartner statt. Dort erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich intensiv mit ein bis drei Berufen zu beschäftigen, in denen sie sich eine Ausbildung vorstellen können. Neun Wochen lang testen sie in Vollzeit aus, ob die ausgewählten Berufe tatsächlich ihrer persönlichen Eignung und Neigung entsprechen.

Während der Werkstatttage erfahren sie außerdem mehr zu Aufbau und Inhalten der dualen Ausbildung in den gewählten Berufen und werden auf die Anforderungen der Berufsschule vorbereitet.

Betriebsphase zur Erprobung des Wunschberufs
Auf der Grundlange ihrer Erfahrungen während der Werkstatttage entscheiden sich die Teilnehmenden für einen Ausbildungsberuf, den sie während der Betriebsphase in einem Handwerksunternehmen weiter austesten. Hier wenden sie, vier Wochen lang in Vollzeit, die zuvor erworbenen Kompetenzen in der betrieblichen Praxis an. Sie erleben Arbeitsabläufe hautnah und lernen den Betrieb kennen. Umgekehrt lernt der Betrieb potenzielle Auszubildende kennen.

Vermittlung berufsbezogener Sprachkenntnisse
Während der Werkstatttage erhalten die Teilnehmenden berufsbezogenen Sprachunterricht. In der anschließenden Betriebsphase werden die Sprachkenntnisse im Arbeitsprozess weiter vertieft.

Projektbegleitung während der gesamten Maßnahme
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren von einer intensiven, individuell auf sie zugeschnittenen Begleitung. Von der Projektbegleitung erhalten sie regelmäßige mündliche Feedbacks und schriftliche Dokumentationen zu ihren Lernfortschritten. Die Projektbegleitung sorgt auch für die Vermittlung der Teilnehmenden in eine Ausbildung oder gegebenenfalls in eine weiterführende Maßnahme.

Im Anschluss sollen die Teilnehmenden direkt an einen Ausbildungsbetrieb vermittelt werden. Ist ein direkter Übergang in eine Ausbildung nicht möglich, können sie in einer weiterführenden Maßnahme (z.B. in einer Einstiegsqualifizierung oder einem betrieblichen Orientierungspraktikum) bis zum Beginn der Ausbildung weiter qualifiziert werden.

Projektförderung
Die BOF-Förderrichtlinie des BMBF ist am 20. April 2016 in Kraft getreten. Sie gilt bis zum Ablauf des 31. Dezember 2018. Förderanträge können seit dem 20. April 2016 für BOF-Maßnahmen gestellt werden, die frühestens am 1. Juni 2016 beginnen und spätestens mit Ablauf des 31. Dezember 2018 enden. Die aktuelle Antragsfrist endet am 20. Mai 2016. Antragsberechtigt sind Handwerksorganisationen, die Träger von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten sind.

Weitere Infos

http://berufsorientierungsprogramm.de/html/de/index.php

Häufige Fragen zur Richtlinie „Berufsorientierung für Flüchtlinge“

Zu der Richtlinie „Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF“