06. Mai 2009

Handwerk: Ausbildungsbereitschaft trotz Krise weiter hoch

Auch in der Wirtschaftskrise setzen die Handwerksbetriebe alles daran, ihre Ausbildungsengagement aufrecht zu erhalten. So das Ergebnis einer ZDH-Umfrage zur Ausbildungssituation im Handwerk 2009, an der sich 13.251 Betriebe aus 35 Handwerkskammerbezirken beteiligt haben.

„Bislang gehen wir davon aus, dass wir die Ausbildungsquote auf dem Niveau des Vorjahres halten können. Damit diese Momentaufnahme am Ende des Jahres Realität wird, müssen wir aber all unsere Kräfte einsetzen“, erklärt Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Laut Umfrageergebnis plant die Mehrheit der Betriebe derzeit ihr Ausbildungsengagement 2009 stabil zu halten (2 Prozent) oder sogar zu verstärken (8 Prozent). Weniger als 9 Prozent der Betriebe beabsichtigen bislang Ausbildungsplätze abzubauen. „Diese hohe Ausbildungsbereitschaft, auch in der aktuell schwierigen Wirtschaftslage, unterstreicht das große Ausbildungsengagement der Betriebe“, so Kentzler. „Zudem denken viele Betriebe bereits heute an die Fachkräftesicherung von morgen.“

Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten haben sich allerdings zahlreiche Betriebe noch nicht entschieden, ob sie in diesem Jahr ausbilden werden. Dies trifft vor allem auf Kleinbetriebe mit 2 bis 4 Beschäftigten zu: Bei 30,0 Prozent der Betriebe mit 2-4 Beschäftigen steht die Entscheidung über die Ausbildungsbereitschaft noch aus. Daher sei es jetzt wichtig, rasch Sicherheit für eine positive wirtschaftliche Zukunft zu schaffen, erklärt Kentzler. „Nur wenn sich die wirtschaftliche Lage im Handwerk nicht weiter verschlechtert, können wir die Betriebe für die Ausbildung gewinnen.“

Neben den schlechteren Geschäftsaussichten nennen 22,6 Prozent der Betriebe auch Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Bewerbern als Grund für eine zurückhaltende oder negative Ausbildungsentscheidung. Bereits im vergangenen Jahr blieben zahlreiche Ausbildungsstellen aufgrund fehlender oder nicht ausreichend qualifizierter Bewerber unbesetzt. Dieses Problem wird sich durch die demografische Entwicklung in diesem Jahr noch weiter verschärfen. Betroffen sind vor allem technisch anspruchsvolle Berufe und Betriebe aus den neuen Bundesländern. „Wir müssen daher alles daran setzen, die geringer werdende Zahl an Schulabgängern besser zu qualifizieren und frühzeitig auf das Berufsleben vorzubereiten“, appelliert Kentzler.

(Quelle: ZDH)