24. Mai 2017

Techniker Krankenkasse bleibt bei Ablehnung sensomotorischer Einlagen

Jens Schulte (Foto: A. Schieber)

Im Zuge der Fortschreibung der Produktgruppe 08, Einlagen, hatte die Techniker Krankenkasse (TK) erklärt, dass sie fortan alle Abrechnungen für sensomotorische Einlagen abweisen werde. Diese Linie will die TK vorerst beibehalten, berichtete ZVOS-Vorstandsmitglied Jens Schulte von einem Gespräch mit der TK am 17. Mai.

Die TK beruft sich in ihrer Ablehnung auf die Aussage des GKV-Spitzenverbandes in der Fortschreibung der PG 08,wonach man diese Einlagen nicht aufgenommen habe, weil die entsprechenden Wirkungsnachweise fehlen.

 „Im Gespräch haben wir unter anderem auf die breite Akzeptanz der sensomotorischen Einlagen verwiesen“, so Schulte. „Diese werden ja nicht nur von den Patienten sondern inzwischen auch von vielen Ärzten geschätzt. Es gibt Orthopäden, die halten es in  manchen Fällen sogar für einen Versorgungsfehler, wenn man keine sensomotorische Einlage verordnet“. Vor allem bei Kindern sei der positive Effekt dieser Einlagen im Vergleich zu nur stützenden oder bettenden Einlagen bei einigen Indikationen offensichtlich. Dennoch sei die TK bei ihrer Haltung geblieben.

Im Gespräch habe man jedoch konstruktiv nach einer Lösung gesucht, wie Orthopädieschuhmacher in der Praxis damit umgehen können, wenn sie für Versicherte der TK ein Rezept für sensomotorische Einlagen erhalten. „Wir haben im Gespräch deutlich gemacht“, so Jens Schulte, „dass diese Situation für unsere Kollegen nicht tragbar ist“. Wenn die TK bei ihrer Haltung bleibe und die sensomotorischen Einlage weiterhin grundsätzlich nicht übernehme, müsse es ein geregeltes Verfahren geben, wie die Versicherten und auch die Orthopädieschuhmacher rechtlich sauber zu einer alternativen Versorgungslösung gelangen. Trotz Ablehnung der Kostenübernahme bestehe ja das Problem des Patienten weiter.

„Die Techniker Krankenkasse steht nicht stellvertretend für alle Kassen“, betont Schulte. „Wir haben in Hessen, aber auch in anderen Bundesländern, Verträge mit Krankenkassen abgeschlossen, in denen sensomotorische Einlagen fester Bestandteil mit eigener Position und Preis enthalten sind.“ Einige dieser Verträge seien aktuell erst mit neuen Preisen erneuert worden.

Bei Krankenkassen, mit denen es keine Vereinbarung über sensomotorische Einlagen gibt, empfiehlt Schulte, weiter wie bisher zu verfahren. Werde eine sensomotorische Einlage vom Arzt verordnet, müsse die Krankenkasse beziehungsweise der medizinische Dienst im Einzelfall prüfen, ob die Versorgung sinnvoll und der Anspruch des Versicherten berechtigt ist. Werde eine Kostenübernahme abgelehnt, könne der Versicherte wie bisher Widerspruch dagegen einlegen.