09. Juni 2017

Leo Schütze verstorben

Leo Schütze (Foto: Schütze-Brief)
Leo Schütze (Foto: Schütze-Brief)

Der Begründer und Mit-Herausgeber des Schütze-Briefes und der Gesellschaftspolitischen Kommentare, Leo Schütze, ist am 1. Juni 2017 im  Alter von 89 Jahren verstorben.

Über sieben Jahrzehnte hinweg hat Leo Schütze die Sozialpolitik der Bundesrepublik publizistisch intensiv begleitet. Seit Mitte der Achtziger Jahre hatte sich sein Fokus vornehmlich auf den Bereich der Gesundheits- und Pflegepolitik gerichtet. Die Zeitschrift „Gesellschaftspolitische Kommentare“ ist ein wichtiges Forum für den Austausch über Positionen der Sozialpolitik, das von vielen Autoren aus den Parteien, Ministerien und Verbänden genutzt wird. Der Schütze-Brief ist ein renommierter Informationsdienst für alle an Sozial- und Gesundheitspolitik Interessierten.

Leo Schütze hatte immer auch gute Kontakte zur Hilfsmittelbranche. So organisierte er für die Orthopädieschuhtechnik die ersten Parlamentarischen Abende, bei denen Handwerksvertreter die Gelegenheit hatten, ihre Anliegen mit Gesundheitspolitikern und Vertretern der Ministerien zu diskutieren. Über viele Jahre war er ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es galt, Kontakte in die Gesundheitspolitik zu knüpfen.

Im Nachruf auf seinen Gründer schreibt der Schütze-Brief, der heute von seiner Tochter Gisela Broll geleitet wird: „Zentral war für ihn der intensive Austausch mit den Verantwortungsträgern in Politik und Gesellschaft, in den letzten Jahrzehnten insbesondere im Gesundheitswesen. Politische Entwicklungen von Beginn an zu begleiten, ‚Publikationsrohr‘ für die Politik wie auch beteiligte Akteure zu sein, in Verbindung mit der kontextualen Einordnung für den Leser, war ihm journalistisches Anliegen und Pflicht.“

Diesen Austausch organisierte Schütze mit großer Freude. Auch die Redaktion dieser Zeitschrift hat den Kontakt zu Leo Schütze immer sehr geschätzt. Sein immenses Wissen, nicht nur über Sozialpolitik, sondern auch über Geschichte, Kultur und Philosophie, und seine Offenheit und Neugier gegenüber den unterschiedlichen Positionen machten die Begegnungen mit ihm immer zu einem persönlichen Gewinn.