11. Oktober 2017

Steigende Ausbildungszahlen im Handwerk

Foto: Industrieblick/Fotolia
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Fast 4.000 Jugendliche mehr als noch im Vorjahr haben im laufenden Jahr eine Ausbildung im Handwerk gestartet. Bis Ende September sind 135.038 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen worden, das entspricht einer Steigerung von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das Handwerk punktet wieder bei jungen Menschen“, sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), zu den neuen Ausbildungsmarktkennzahlen.

Mit diesem satten Plus an neuen Ausbildungsverträgen verfestige sich in diesem Jahr ein Trend, der schon in den beiden Vorjahren erkennbar war. "Es sind wieder mehr Jugendliche, die eine berufliche Ausbildung und die Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk als attraktiven Karriereweg wählen. Damit hat sich der Trend steigender Ausbildungszahlen im Handwerk stabilisiert und verstärkt", so der Handwerkspräsident..

„Es zahlt sich jetzt offenbar aus, dass wir in den vergangenen Jahren nicht müde geworden sind, immer wieder auf die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen in den über 130 unterschiedlichen Ausbildungsberufen im Handwerk aufmerksam zu machen“, sagt Wollseifer. Bis zum Stichtag 30.September 2017 seien insgesamt 135.038 neue Ausbildungsverträge in den Lehrlingsrollen erfasst worden. Mit 3,0 Prozent (+3.444) sei die Steigerung in den alten Bundesländern sogar etwas höher als in den neuen Bundesländern mit einem Plus von 2,3 Prozent (+413). „Das spornt uns an und ist angesichts sinkender Schülerzahlen und eines starken gesellschaftlichen Trends hin zum Abitur ein Erfolg, auf dem wir uns allerdings nicht ausruhen können“.

Denn bundesweit seien zurzeit noch rund 19.000 Lehrstellen unbesetzt. „Besonders schwierig ist es für Handwerksbetriebe in den ostdeutschen Bundesländern, neue Azubis zu gewinnen“, meint Wollseifer. In Westdeutschland habe sich die Zahl der Lehrstellen, die Ende September noch offen sind, im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 14.413 verringert. In ostdeutschen Handwerksbetrieben seien im laufenden Jahr deutlich mehr Lehrstellen als noch im Vorjahr unbesetzt geblieben: Ende September habe es noch 4.550 offene Lehrstellen und damit 12,4 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt gegeben.

„Mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen rufen wir die Politik daher auf, jetzt politisch unsere Bemühungen zu flankieren, mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu begeistern“, sagt Wollseifer. Im Sinne der Zukunftssicherung müsse es der künftigen Regierung darum gehen, die Attraktivität der beruflichen Bildung weiter zu stärken. Dazu gehöre zwingend auch, die berufliche Bildung finanziell gleichwertig neben der akademischen Bildung zu fördern. „Nach dem erfolgreichen Hochschulpakt, über den der Bund jährlich Milliardenbeträge in die Hochschulförderung gesteckt hat, brauchen wir nun endlich einen Berufsbildungspakt. Dieser sollte im Koalitionsvertrag festgeschrieben werden.“