04. Dezember 2017

Aktuelle Therapieansätze für die untere Extremität

Foto: Ofa Bamberg GmbH
Prof. Dr. med. Michael Jagodzinski referierte beim Bamberger Seminar für Orthopädie und Unfallchirurgie. (Foto: Ofa Bamberg GmbH)

Aktuelle Behandlungsmethoden für die untere Extremität standen beim Bamberger Seminar für Orthopädie und Unfallchirurgie auf der Agenda. 54 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung des Ärztlichen Kreisverbandes Bamberg und diskutierten mit den Referenten.


Den Auftakt machte Prof. Dr. med. Michael Jagodzinski mit seinen Ausführungen zum 3D-Druck in der Gelenkchirurgie. Als Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Agaplesion Ev. Klinikum Schaumburg stellte er die Vorteile individualisierter Knieimplantate vor: eine bessere Passform, geringere Resektionshöhen, die natürlichere Kinematik des Gelenks sowie eine verbesserte Stabilität über den gesamten Bewegungsradius. Damit sei der maßgefertigte Gelenkoberflächenersatz derzeit unübertroffen hinsichtlich Knochenerhalt und Funktionalität.


Anhand aktueller Leitlinien gab Prof. Dr. med. Peter Strohm ein Update zur Behandlung von Sprunggelenksverletzungen. Bei der Diagnostik von Außenbandrupturen habe die klinische Untersuchung einen hohen Stellenwert, so der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Sozialstiftung Bamberg. Denn bei Beachtung der Ottawa Ankle Rules lasse sich ein Röntgen häufig vermeiden. Im Hinblick auf die Therapie sei die konservative Behandlung die erste Wahl. Operationen zeigten bei Rupturen zumeist keine besseren Ergebnisse und bergen zusätzliche Risiken.


Die Behandlung von Muskelverletzungen war Thema des dritten Referenten, Dr. med. Stefan Mattyasovszky von der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Als Mannschaftsarzt des FSV Mainz weiß er, dass noch vor der Diagnostik eine rasche Erstversorgung nach der PECH-Regel zählt.


Aktuelle Einsichten zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (VKB) teilte PD Dr. med. Thore Zantop vom Sporthopaedicum Straubing. Ein Riss des VKB führt zur Instabilität im Kniegelenk und in der Folge zu einer Überlastung der Menisken und zu Osteoarthrose. Um dies zu vermeiden, sei eine operative Rekonstruktion in vielen Fällen sinnvoll.


Den Abschluss des Seminartages machte der wissenschaftliche Leiter der Veranstaltung, Dr. med. Wolfgang Willauschus von der Bamberger Praxisklinik alphaMed. Er beleuchtete die konservativen und operativen Therapieoptionen bei Rheuma-Fuß. Denn neben den Händen seien auch Fuß und Sprunggelenk häufig von der Gelenkzerstörung durch rheumatoide Arthritis betroffen. Da bei Rheuma-Patienten die Sehnen als aktive Stabilisatoren geschwächt werden, können sich Fußdeformitäten ausbilden.


Die Teilnahme wird von der Akademie für Fortbildung der Bayerischen Landesärztekammer anerkannt und zertifiziert. Die Organisation des Seminars hatte der Ärztliche Kreisverband an den Sponsor Ofa Bamberg übertragen. Die nächste Veranstaltung findet am 9. Juni 2018 statt.