28. Januar 2008

Ersatzkassenverband will Kräfte bündeln

(28. 1. 2008) Im Vorfeld der anstehenden Umstrukturierungen im Gesundheitswesen wollen die Ersatzkassen ihre Kräfte im AEV/VdAK noch stärker bündeln, um für die Zukunft besser gerüstet zu sein. „In diesem Wettbewerb brauchen wir eine starke gemeinsame Interessensvertretung in der Öffentlichkeit, gegenüber der Politik und im Spitzenverband Bund“, erklärte der Vorsitzende des VdAK, Christian Zahn, am vergangene Woche in Berlin. Darum würden AEV/VdAK – auch nachdem der neue Spitzenverband Bund der Krankenkassen im Juli seine Arbeit aufnehmen wird – weiterhin die Interessen und Belange der Ersatzkassen auf Landes- und Bundesebene vertreten. 


Nicht immer werde der neue Spitzenverband Bund, in dem die Ersatzkassen rund ein Drittel der Mitglieder stellen, die Interessen der Ersatzkassen vertreten, erklärte Zahn. Vor dem Hintergrund wichtiger Weichenstellungen wie etwa bei der Umsetzung der ärztlichen Honorarreform sei eine gebündelte Interessensvertretung der VdAK-Mitgliedskassen darum umso wichtiger. „Gemeinsam“, so Zahn, „sind wir stärker.“

Zudem wollen VdAK/AEV ihre Rolle als Dienstleister weiter ausbauen. Schon heute übernähmen die Verbände eine Vielzahl an Aufgaben und Dienstleistungen im Auftrag ihrer Mitgliedskassen. Dazu gehörten unter anderem EDV-Dienstleistungen, die juristische Beratung und Vertretung der Mitgliedskassen in Gerichtsverfahren oder die Klärung mitgliedsschafts-, beitrags- und melderechtlicher Fragen. Vieles davon könnten die Mitgliedskassen zwar auch allein, „aber nicht so effizient“, erklärte der neue Vorstandsvorsitzende des VdAK / AEV, Thomas Ballast. Ballast hatte den Vorsitz über beide Verbände Anfang des Jahres von Werner Gerdelmann übernommen, der in den Ruhestand gegangen ist.

Den von der Bundesregierung beschlossenen Gesundheitsfonds hält Ballast „nach wie vor für Unsinn“. Es bestehe die Hoffnung, dass praktische Probleme in den Fokus geraten und die Politik zum Nachbessern bewegen könnten. Zugleich bezweifelte Ballast, dass die Regierungsparteien 2009 im Wahljahr „die Kraft“ haben werden, den Fonds durchzusetzen. Dieser werde für Verunsicherung unter den Versicherten sorgen. Den Krankenkassen würde mit dem Gesundheitsfonds ein enormer bürokratischer Aufwand aufgelastet. Allein durch den Zusatzbeitrag, den einige Krankenkassen erheben werden müssen, müssten die Kassen Millionen neuer Konten einrichten und verwalten. (Quelle: aerzteblatt.de)