06. März 2008

Rheuma: Gravierende sozialmedizinische Konsequenzen

(7.3.2008) Rheuma hat neben den individuellen Folgen auch gravierende sozialmedizinische Konsequenzen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie Ende Februar hingewiesen. Sie stützt sich dabei auf einen Bericht der Kommission Rehabilitation und Sozialmedizin in der Fachgesellschaft, der versorgungsrelevante Daten der vergangenen zehn Jahre für entzündlich-rheumatische Erkrankungen aufbereitet.


Danach sind drei Viertel der Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) im ersten Krankheitsjahr mindestens einmal arbeitsunfähig und zwar im Durchschnitt fünfmal so lang wie die übrigen Krankenkassenversicherten. Nach mehr als zehnjähriger Krankheit sind 40 Prozent der RA-Patienten nicht mehr erwerbstätig.

Durch den Arbeitsausfall belaufen sich die indirekten Kosten bei der RA nach mehr als zehnjähriger Krankheit auf bis zu 15700 Euro pro Jahr. Ähnlich hoch liegen sie bei den anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Maßnahmen, die die Erwerbstätigkeit erhalten und damit die Kosten senken könnten, wie Teilzeitarbeit, Teilrenten sowie Leistungen zur Rehabilitation, erhielten nur zirca ein Drittel der Betroffenen. Die eingeschränkte Funktionsfähigkeit führe dazu, dass langjährige Betroffene zunehmend auf Hilfe und Pflege durch Verwandte angewiesen seien. In den ersten fünf Krankheitsjahren brauche bereits ein Viertel Unterstützung beim Waschen, Ankleiden, Essen und bei der Mobilität.

„Nach 20-jährigem Verlauf kann bereits jeder zweite Betroffene kaum mehr selbstbestimmt leben“, berichtet die Fachgesellschaft. Sie bedauert, dass „die enormen Folgen der Krankheit für die Betroffenen und die Volkswirtschaft in der öffentlichen Diskussion kaum Gehör finden.“ (Quelle: aerzteblatt.de)