06. April 2017

Diabetikerversorgung aus dem Drucker

3D-Strukturen aus TPU für Einlegesohlen
Fotos: Fraunhofer IWM

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert ein Projekt zum Lasergestützten Aufbau von kundenindividueller Fußbekleidung (LAUF). Ziel des Projekts ist es, Einlagen für Diabetespatienten per 3D-Druck herzustellen. So soll die Wirksamkeit der Hilfsmittel besser analysiert und wissenschaftlich bewertet werden können.

Diabetiker brauchen eine besondere, individuelle Einlagenversorgung, um Druckgeschwüren vorzubeugen und Schmerzen zu lindern. Bei der Einlagenfertigung in Handarbeit setzten OSM bisher auf bettende beziehungsweise stützende Formen und kombinierten verschiedene Materialien mit unterschied­lichen Shore-Härten. Da Einlagen für Diabetespatienten individuelle, in Handarbeit gefertigte Einzelversorgungen darstellen, ließ sich deren Wirksamkeit wissenschaftlich bisher nicht eindeutig nachweisen. Gerade in der Diskussion um Festbeträge, nötige Fertigungszeiten et cetera könnte ein solcher Nachweis klare Fakten schaffen und eine Verhandlungsbasis für Versorger und Krankenkassen gleichermaßen bieten.

Ein weiterer großer Schritt in diese Richtung könnte die digital gesteuerte Fertigung maßgeschneiderter Einlagen mittels 3D-Druck sein, die Erfassung der Fußform erfolgt ja bereits per 3D-Scan. Im Projekt „LAUF“ (Lasergestützter Aufbau kundenindividueller Fußbekleidung) arbeiten Forscher der Fraunhofer-Institute für Werkstoffmechanik (IWM) und für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) gemeinsam mit Industriepartnern an dieser Digitalisierung. „Die digitale Vermessung des Fußes ist bereits Usus. Im Projekt haben wir nun auch den Herstellungsprozess der Sohlen vollständig digitalisiert“, erläutert Dr. Tobias Ziegler, Wissenschaftler am IWM. „Mithilfe der neu entwickelten Software kann der Orthopädieschuhtechniker die Sohle patientenindividuell entwerfen und das Ergebnis auf einem 3D-Drucker ausdrucken.“ So lassen sich die mechanischen Eigenschaften und der Fertigungsprozess der Einlagen dokumentieren und nachweisen, zum anderen können die Hilfsmittel mit 3D-Druckern deutlich günstiger hergestellt werden. Zu den Projektmitgliedern gehört auch die IETEC Orthopädische Einlagen GmbH Produktions KG, die den Orthopädieschuhtechnikern die Software in etwa zwei Jahren zur Verfügung stellen könnte, wie es von Seiten der Fraunhofer-Gesellschaft heißt.

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