16. Februar 2018

Diabetes: Druckverteilungsmessung 
gezielter

Diabetes, Druckverteilungsmessung, Fußsyndrom
Dr. Sicco Bus forderte Orthopädieschuhmacher dazu auf, die Druckverteilungsmessung schon während des Fertigungsprozesses als Kontrollinstrument zu nutzen. Nur so lasse sich die bestmögliche Schuhversorgung für das Diabetische Fußsyndrom erreichen

Von Annette Switala
Die Druckverteilungsmessung wird vom Kostenträger, aber auch von den maßgeblichen Fachgesellschaften, für die Versorgung des diabetischen Fußsyndroms gefordert. 
Lohnt sich der Aufwand und verbessert sie die Behandlungsergebnisse wirklich? Hierzu präsentierte Dr. Sicco Bus, AMC Amsterdam, auf der 4. ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK 
die wichtigsten Studien.

Die Veranstalter der 4. ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK freuten sich, mit Dr. Sicco Bus einen der derzeit aktivsten Forscher zur Schuhversorgung beim Diabetischen Fußsyndrom als Keynote-Speaker des Kongresses begrüßen zu dürfen. Die Zahlen zum Diabetischen Fußsyndrom sind brisant, machte er klar: 50 Prozent der Diabetespatienten entwickelt eine Neuropathie, 19 bis 34 Prozent ein Fußulcus. Über 50 Prozent der diabetischen Fußulcera infizieren sich und 20 Prozent der infizierten ­Ulcera münden in eine Amputation. 85 Prozent aller Amputationen überhaupt geht ein Fußulcus voraus. Pro Ulcus seien mit durchschnittlichen Behandlungskosten von über 10000 Euro zu rechnen.

Umso wichtiger sei es, eine systematische, evidenz- und datenbasierte Herangehensweise an die Schuhversorgung zu wählen, betonte der renommierte Wissenschaftler aus den Niederlanden. Da erhöhter plantarer Druck eines der 
größten Risiken für die Entstehung von Ulcera ist und die Druckumverteilung die wichtigste präventive und therapeutische Maßnahme darstellt, sei der Einsatz der Druckverteilungsmessung in der Schuh- und Einlagenversorgung unverzichtbar.

Zur Entlastung bestehender Ulcera sind orthopädische Maßschuhe nicht das Mittel der Wahl, stellte Bus mit Rückgriff auf Studien zu diesem Thema dar. TCC und abnehmbare Walker erreichen hier wesentlich bessere Ergebnisse. Doch seien orthopädische Schuhe und individuell gefertigte Einlagen äußerst wichtig, wenn das Ulcus abgeheilt und es um die Vermeidung von Rezidiven geht. Denn  innerhalb eines Jahres nach Abheilen des Ulcus erleiden rund 40 Prozent der Patienten ein Rezidiv, innerhalb von zwei Jahren sogar 60 Prozent, wie Bus anhand einer Studie zeigte.

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