14. Juli 2016

Die Plantaraponeurose und der Seilwindenmechanismus des Fußes

Von Dr. Ludwig Schwering

Zusammenfassung:
Die Plantarfaszie vertäut die Fußlängs- und –querwölbung des Fußes mit Unterstützung des Pfannenbandes passiv. Damit übernimmt sie eine wichtige Funktion bei der Übertragung der Körperkräfte auf den Fuß. Durch die kräftige Verbindung vom unteren Fersenbein zur plantaren Platte der Zehen und dem Ansatz im Bereich der Grundphalangen der Zehen ist der Spannungszustand der Plantarfaszie ganz erheblich von der Position der Zehen abhängig.
Bei einer Beugung der Zehen wird die Plantarfaszie angespannt, weil die Strecke vom unteren Mittelfußköpfchen zum Fersenbein durch die Hebung der Zehen bis zu zirka 1,8 Zentimeter verkürzt wird.

Über diesen Seilwinden-Mechanismus, häufig auch mit dem englischen Begriff „windlass ­mechanism“ bezeichnet, wird die Aufrichtung der Längswölbung und die Stabilisierung des Fußes in der Schrittabwicklung bewirkt. Betrachtet man die Bedeutung dieses Mechanismus für eine sichere und stabile Schrittabwicklung, wird auch deut­lich, warum Schuhe ausreichend Raum für die Zehen haben müssen, damit sie sich gemäß ihrer Funktion bewegen können.

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