02. August 2016

Management nach fehlgeschlagener Hallux-valgus-Korrektur

4_7_1 ostechnik.de - Management nach fehlgeschlagener Hallux-valgus-Korrektur

Von Walther Markus, Kriegelstein Stephanie, Altenberger Sebastian, Volkering Christoph, Röser Anke


Zusammenfassung
Die häufigsten Komplikationen nach Hallux-valgus-Korrektur umfassen das Rezidiv, den Hallux varus, Metallkonflikte, die progrediente Arthrose, die avaskuläre Knochennekrose, die Transfermetatarsalgie, die Pseudarthrose, Wundheilungsstörungen und Infekte, das CRPS oder eine Kombination aus den genannten Pathologien. Die proaktive Auseinandersetzung mit den Beschwerden beinhaltet eine umfassende Bildgebung, das Einbeziehen weiterer Fachgruppen und gegebenenfalls die zeitnahe Entscheidung zur operativen Revision. Bei Rezidivfehlstellungen ist zu klären, ob möglicherweise das primär gewählte operative Verfahren der Fehlstellung nicht angepasst war oder ob das Problem in einer schlechten technischen Durchführung begründet liegt. Liegt bereits eine Destruktion des Großzehengrundgelenks vor, liefert die Arthrodese die zuverlässigsten Ergebnisse.

Auch wenn für die meisten Hallux-valgus-Korrekturverfahren gute bis sehr gute Ergebnisse beschrieben werden, wird schon allein aufgrund der Häufigkeit des Eingriffs die Auseinandersetzung mit Fehlschlägen nicht zu vermeiden sein. Aktuellere Publikationen berichten über fünf bis acht Prozent operative Revisionen nach Korrekturen des ersten Strahls, bei einer Gesamtkomplikationsrate von 15 Prozent [6;19]. Für die Chevron- beziehungsweise Austin-Osteotomie wird eine Revisions­rate von 0,7 bis 6 Prozent angegeben, für die Scarf-Osteotomie mit acht Prozent [19;23]. Die Werte für die Lapidusarthrodese schwanken zwischen acht und 14 Prozent [8;19].

Strategie der Revisionsplanung
Konnte bei einer Hallux-valgus-Korrektur kein zufriedenstellendes operatives Ergebnis erreicht werden oder klagt der Patient weiter über erhebliche Schmerzen, liegt in den meisten Fällen eine der folgenden Differenzialdiagnosen zu Grunde:
– Hallux valgus Rezidiv;
– Hallux varus;
– Metallkonflikt;
– Progrediente Arthrose im Großzehengrundgelenk;
– Avaskuläre Knochennekrose Metatarsale I Kopf;
– Pseudarthrose;
– Transfermetatarsalgie;
– Wundheilungsstörung;
– Infekt;
– CRPS;
– Kombination der genannten Patholo­gien.
Ein offensiver und proaktiver Umgang mit Restbeschwerden hat sich aus unserer Sicht bewährt, da dies dem Patienten signalisiert, dass sein Problem ernst genommen wird. Dies schließt eine umfassende Bildgebung und Labordiagnostik ein. ­Lässt sich das Problem mit konventionellen Röntgenaufnahmen nicht erfassen, so wird ergänzend eine Computertomographie und/oder eine Kernspintomographie durchgeführt. Oft zeigen sich in den Schnittbildverfahren Pathologien, die in der konventionellen Röntgendiagnostik nicht darstellbar sind. Störungen der plantaren Druckverteilung sind mithilfe der Pedobarographie zu objektivieren. Bei Verdacht auf ein CRPS bietet die Einbeziehung von Schmerztherapeuten und rehabilitativen Medizinern eine zusätzliche Perspektive auf das Problem.


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