17. Oktober 2018

Einlagen: Studiendesigns überdenken – sensomotorische Effekte einbeziehen

Heiner Baur forscht und lehrt an der Berner Fachhochschule (BFH) im Department Gesundheit, Abteilung Physiotherapie. Sein Department ist beteiligt am BFH Zentrum für Technologien in Sport und Medizin. Sein besonderes Interesse gilt der neuromuskulären Steuerung und der Wirkung von Hilfsmitteln und Trainingsinterventionen

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Häufig werden Einlagen eingesetzt, um Überlastungsbeschwerden im Sport zu behandeln. Die Ergebnisse klinischer Untersuchungen sprechen dafür, doch der wissenschaftliche Nachweis für die zugrunde liegenden Wirkmechanismen steht noch aus. Prof. Heiner Baur hat den Effekt unterschiedlich hoher Längswölbungsstützen, die häufig zur Vermeidung einer Überpronation eingesetzt werden, auf die Rückfußeversion und die Tibiarotation untersucht [2]. Auch er konnte keinen systematischen Effekt nachweisen. Doch das heißt nicht, dass Einlagen nicht wirken, erklärt er im Interview. Vielmehr könnte es sinnvoll sein, nicht nur mechanische Effekte von Einlagen zu untersuchen, sondern auch sensomotorische beziehungsweise neuromuskuläre Effekte in den Blick zu nehmen.

ANNETTE SWITALA | WOLFGANG BEST

Herr Prof. Baur, wie gut ist die Wirkung von Einlagen auf Fuß- und Überlastungsbeschwerden im Sport untersucht?

Viele klinische Untersuchungen, in jüngerer Zeit auch gut kontrollierte Studien und Erfahrungen aus der praktischen Versorgung zeigen, dass Einlagen bei diesen Beschwerden helfen können. Eine der am häufigsten genannten Erklärungen für die Wirkung von Einlagen ist, dass sie übermäßige Bewegungen des Fußes, insbesondere eine übermäßige Pronation, verhindern, den Fuß aufrichten und dadurch zu einer Neuausrichtung des Skeletts beitragen. Solche Erklärungen gehen davon aus, dass es durch Einlagen zu kinematischen Veränderungen kommt. Der Gedanke dabei ist, dass man einen günstigen Einfluss auf die Eversion des Rückfußes und die Innenrotation der Tibia nehmen und dadurch eine zu starke Pronation einschränken kann, die als Ursache vieler Beschwerden diskutiert wird.

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