17. Oktober 2018

Vorfußentlastung durch Schuheinlagen Effekte unterschiedlicher Konstruktionsprinzipien


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H. BAUR1 | N. MERZ1 | A. MUSTER1 | G. FLÜCKIGER2 | A. HIRSCHMÜLLER3, 4

Hintergrund: Schuheinlagen- und Schuhmodifikationen werden zur Reduktion des plantaren Spitzendruckes eingesetzt. Die Effekte verschiedener Schuheinlagen und -konstruktionen zur Vorfußentlastung sind bisher unzureichend untersucht.

Fragestellung: Ziel war die Überprüfung des Einflusses von Einlagen- (retrokapitale Pelotte, Vorfußweichbettung, Kontrolle) und Schuhkonstruktionen (flexibel, steif) auf den Spitzendruck im Vorfuß.

Material und Methoden: In die Studie wurden 15 gesunde Probanden eingeschlossen. Die plantare Druckverteilung wurde mit einem In-Schuh-System während des Gehens (3,5 km h–1) auf einem Laufband gemessen und der durchschnittliche plantare Spitzendruck (kPa) im Vorfuß berechnet. Die hypothesenprüfende Statistik erfolgte mittels zweifaktorieller ANOVA mit Messwertwiederholung (Faktoren: Schuh, Einlage; α = 0,05).

Ergebnisse: Sowohl die Einlage mit retrokapitaler Pelotte als auch die mit Vorfußweichbettung führten im Vergleich zur Kontrolleinlage zu einer Reduktion des Spitzendrucks (p= 0,009). Zwischen den beiden Einlagen bestand kein Unterschied (p> 0,05). Der Schuhvergleich zeigte eine signifikant geringere Vorfußbelastung im steifen Schuh im Vergleich zum flexiblen (p = 0,0001). Im Mittelfuß führte die Pelotte zu einem Druckanstieg von 12 und 21 % gegenüber der Kontrolleinlage und der Weichbettung.

Diskussion: Eine Druckentlastung des Vorfußes kann mittels Weichbettung oder mittels retrokapitaler Pelotte erreicht werden. Durch die Pelotte resultiert jedoch auch ein erhöhter Spitzendruck im Mittelfuß. Die Schuhwahl ist entscheidend, da ein steifer Schuh den Spitzendruck im Vorfuß stärker reduziert als ein flexibler Schuh. Ob Metatarsalgiepatienten von den getesteten Interventionen klinisch profitieren, muss zukünftig eine prospektive Therapiestudie untersuchen.
Beschwerden des Vorfußes sind häufig Begleiterscheinungen rheumatischer Erkrankungen, können jedoch auch isoliert auftreten (z. B. Metatarsalgie). Orthopädische Hilfsmittel unterstützen die konservative Therapie mit dem Ziel, Symptome zu reduzieren. Dabei wird meist eine mechanische Entlastung der betroffenen Fußstrukturen durch geeignetes Schuhwerk und konstruktive Elemente in Schuheinlagen angestrebt. Der Einfluss des Schuhwerks auf die mechanische Entlastung des Vorfußes ist jedoch nur unzureichend untersucht. Neue Erkenntnisse können unmittelbar helfen, die Versorgungspraxis zu optimieren.

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