13. März 2017

Die aktuelle S2e-Leitlinie zum Hallux valgus

milden Hallux valgus mit Lateraldeviation der Großzehe und mediale Prominenz

Zusammenfassung

Die Hallux-valgus-Fehlstellung ist unbehandelt meist als progrediente Deformität anzusehen, die jedoch nicht zwangsläufig zu Schmerzen und Leidensdruck bei den Patienten führt.

Prävention:

  1. fußgerechtes Schuhwerk zur Vermeidung sowohl von Druckstellen als auch von einer forcierten Progredienz der Pathologie; funktionelle Stabilisierung des Fußes mittels Gymnastik oder physio­thera­peutischer Anleitung.
  2. Orthesenversorgung und/oder Ein­lagen­versorgung zur Verbesserung der funk­tionellen Stabilisierung.
  3. Konsequente adaptierte postoperative Nachbehandlung, welche sich an den operativen Maßnahmen orientiert.

Die Indikation zur Einleitung einer therapeutischen Maßnahme beim Hallux valgus orientiert sich an dem Alter und dem ­Leidensdruck des Patienten sowie dem Vorliegen einer Arthrose im Großzehengrundgelenk. Weitere patientenspezifische Pathologien können den Beginn einer Therapie ebenfalls beeinflussen.

In der ersten Stufe der ambulanten Therapie stehen die Beratung und Physiotherapie im Vordergrund, additiv Analgetika oder antiphlogistische Maßnahmen. Manuelle und physiotherapeutische Behandlungen, Orthesen oder orthopädietechnische Therapien sind in Anbetracht der bestehenden Pathologie und des Leidensdrucks anzuwenden.

In der Stufe 2 der ambulanten beziehungsweise stationären therapeutischen Maßnahmen ist beim symptomatischen Hallux valgus die operative Therapie indiziert. Diese sollte sich dabei sowohl am Schweregrad der Pathologie als auch an den postoperativen Mobilisationsmöglichkeiten des Patienten und den weiteren patientenspezifischen Kriterien orientieren.

Einleitung

Der Hallux valgus stellt die häufigste Pathologie des Vorfußes dar. Die berichtete Prävalenz im Erwachsenenalter beträgt bis zu 23 %. Bei bis zu 84 % der Patienten tritt die Hallux-valgus-Deformität bilateral auf. In der Literatur ist das zeit­liche Auftreten des Hallux valgus unterschiedlich dargestellt. In Langzeitbeobachtungen konnte ein gehäuftes Auftreten zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr beobachtet werden. Der juvenile Hallux valgus stellt dagegen eine eigene Entität dar mit dem Auftreten um das 10. Lebens­jahr. Es konnte keine Korrelation zwischen dem Zeitpunkt des ersten Auftretens und dem Schweregrad in den vorliegenden Studien dargestellt werden. Die geschlechterspezifische Verteilung zeigt mit 15:1 ein mehrheitliches Auftreten bei Patientinnen.

Die Bezeichnung Hallux valgus wurde von Hueter im Jahre 1870 eingeführt. Dabei wird die Achsabweichung der Großzehe nach fibular im Großzehengrundgelenk beschrieben. Das aktuelle Verständnis zum Hallux valgus beinhaltet sowohl subluxierte als auch nicht sub­luxierte Fehlstellungen mit Achsab­weichung der Großzehe nach fibular (valgus) und des ersten Metatarsaleknochens nach tibial (varus) (Abb. 1 – 3).

Die Pathologie des Hallux valgus ist Gegenstand der medizinischen Literatur. Unterschiedliche therapeutische Maßnahmen sind hierbei beschrieben. Sowohl konservative als auch operative Möglichkeiten bestehen. In der Ortho­pädietechnik sind ebenfalls differenzierte Methoden zur Prävention, Behandlung und Rehabilitation dargestellt.

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