16. Januar 2018

Im Wandel der Zeit: 
Was eine gute Bewerbung heute ausmacht

Bewerbung, Bewerben, Traumjob
akEinen guten Eindruck macht es auch, die Bewerbungsmappe persönlich vorbeizubringen (Foto: contrastwerkstatt/Fotolia)

VON STEFAN SLABY
Eine überzeugende Bewerbungsmappe kann ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Traumjob sein. Ob ganz klassisch auf Papier oder in digitaler Form: Der erste Eindruck zählt. Was gehört auf jeden Fall in die Mappe, wie sollten Anschreiben und Lebenslauf aufgebaut sein und was gilt es sonst noch zu beachten?

Basics und Extras, so lässt sich zusammenfassen, was moderne Ratgeber heute zum Thema Bewerbungsunterlagen als kleinsten gemeinsamen Nenner angeben. Die Basics sind zeitlos, gegen sie zu verstoßen, führt zum Aus im Bewerbungsverfahren. Extras in der Bewerbung sind der angestrebten Position, dem Absender und dem Design der Bewerbung geschuldet. Anders gesagt: Die Bewerbung 
gibt es nicht. Jede Branche und jede Hierarchie­ebene hat ihren eigenen Auftritt. Massenbewerbungen von der Stange haben geringe Erfolgsaussichten. 
Der Grafik-Designer bewirbt sich anders als der Handwerker oder Bankangestellte.

Gleich ob Werber oder Handwerker. Gegen Grundlagen zu verstoßen, ist fatal und führt zum Ausscheiden. Zu den Basics gehören vor allem fehlerfreie und saubere Unterlagen. Knicke und Tippfehler, verschmierte Unterschriften, un­vorteilhafte Fotos, das alles ist der Todesstoß für eine Bewerbung. Passiert mir nicht, gibt’s nicht. Der Tippfehler ist verbreitet und menschlich. Korrektur lesen lassen: Das ist die wirksamste Medizin gegen dieses Phänomen.

Vollständige Unterlagen sind der nächste Baustein. In den Anhang der E-Mail (bei Online-Bewerbungen) oder in die Bewerbungsmappe (Pappe ist aus Umweltschutzgründen anzuraten!) gehören mindestens: Anschreiben, Lichtbild, Lebenslauf, Zeugnisse der letzten zehn Jahre und Weiterbildungsnachweise mit aktuell gültigen Inhalten. Will heißen: Der Kurs Textverarbeitung aus dem Jahre 1992 muss nicht belegt oder erwähnt werden. Die aktuelle Fortbildung zu einem Messverfahren schon. Bei Gesellen und Azubis sollten Schulzeugnisse und Praktikumszeugnisse nicht fehlen. Der Meister kann darüber hinaus auch Fotos und Nachweise gelungener Arbeiten beilegen. Der Azubi weist mit Praktika und Noten in Zeugnissen sowie Schulprojekten die Eignung für den Arbeitsplatz nach. Einer der wohl eindringlichsten Forderungen ist ein „lücken­loser“ Lebenslauf. Auch hier kommt es auf den Absender an. Grundschule ist für den Azubi notwendig, für den Gesellen und Meister nicht mehr. Hier reicht die Angabe des Schulabschlusses: Mittlere Reife. 31. 7. 1985. Danach sind Tätigkeiten und Weiterbildungen lückenlos nachzuweisen: Von Monat/Jahr bis Monat/Jahr … War der Bewerber „arbeitssuchend“ oder in Elternzeit, dann taucht das auch so auf. Reisen, freiwillige Pausen, lange Klinikaufenthalte oder gar Haftstrafen bleiben ein Problem. Patentlösungen gibt es nicht. Diese als „Familienphase“ zu tarnen, ist fatal. Ehrlichkeit ist eine schmerzhafte, aber gute Lösung.

Die Bausteine unter der Lupe

Das Anschreiben gliedert sich in drei Teile (Kopf, Textteil, Schluss) und nutzt einen DIN-gerechten Privatbrief (das Format ist unter dem Stichwort „Bewerbungsschreiben“ an mehreren Stellen im Internet auffindbar). Den Adress- und Absenderangaben folgt zunächst der Betreff, kurz und gut formuliert. „Bewerbung als xy“ (Stelle/Position) wie angegeben. Die Anrede ist personalisiert, nennt also im Idealfall den Ansprechpartner. Man beginnt das Anschreiben mit einem Satz über den Fundort der Stelle und warum die Position interessant ist. Tabu ist „hiermit bewerbe ich mich …“ Besser: „die ausgeschriebene Position ist für mich interessant, weil …“

Der zweite Absatz ist der wichtigste. Der Bewerber geht die Anzeige Punkt für Punkt durch und spiegelt den Lebenslauf und die Zeugnisse an den Anforderungen. Ungefähr so: „Drei Jahre Berufserfahrung als xy bringe ich aus meiner letzten Tätigkeit als z mit.“

Im dritten Absatz drückt der Bewerber sein Interesse an einem Vorstellungsgespräch aus. Am Schluss folgen „Freundliche Grüße“. Eine saubere Unterschrift und die Anlagen schließen den Brief ab.

Der Lebenslauf

Den Lebenslauf gibt es als chronologisch absteigen­des Curriculum Vitae oder als ­chronologisch aufstei­-
gende klassische Vita. Letztere sei ­Azubis und Gesel­len­ empfohlen. Es geht mit Geburtsda­tum, Schulbildung und Praktika los und endet mit Hobbys und Interesse. Das Curriculum Vitae beginnt mit der letzten Berufstätigkeit und endet mit dem Schulabschluss. Er ist für Meister und langjährig tätige Bewerber geeignet. Der Lebenslauf ist tabellarisch aufgebaut, übersichtlich und, wie schon gesagt, zeitlich lückenlos angelegt. Nur wenn verlangt, ist er handschriftlich im Fließtext anzufertigen. Auf der rechten Seite kann das Lichtbild angebracht werden. Besser ist es, ein Deckblatt zu gestalten. Hier klebt das Lichtbild in der Blattmitte. Hinzu kommen Name, Adresse und Telefonnummer. Die Unterschrift allerdings findet sich nur auf dem Lebenslauf.

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