13. April 2018

Frauen in der OST (1): Von den 
Erfahrungen mit der Selbstständigkeit


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Von Christina Baumgartner: Lange Zeit war die Orthopädieschuhtechnik eine Männerdomäne. Wie steht es heute um die Selbstständigkeit von Frauen in dem Gesundheitshandwerk? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Wir haben uns beim Treffen der Fachfrauen des Orthopädie- und Schuhmacherinnenhandwerks Anfang Februar in Langen umgehört.

Für Ruth Häbry stand bereits während ihrer Ausbildung fest, dass sie nicht dauerhaft im Angestelltenverhältnis, sondern im eigenen Betrieb tätig sein möchte. 2002 schaffte sie den Sprung in die Selbst­ständigkeit und kümmert sich seitdem um die fußspezifischen Wünsche und Probleme ihrer Kunden im Frankfurter Stadtteil Seckbach. Dass eine Gründung für Frauen heute einfacher ist als noch vor 25 Jahren glaubt sie nicht: „Selbstständigkeit ist ein hartes Brot und für Frauen ein härteres als für Männer“.

„Der gesellschaftliche Kontext muss sich ändern“, sagt Häbry, die Unterstützung durch Männer fehle oft. Denn während Männer in ihren Betrieben häufig durch die Ehefrauen unterstützt werden, sei das bei selbstständigen Frauen häufig nicht der Fall. Auch das Verständnis der Partner hinsichtlich der Verschiebung von Prioritäten sei nicht immer gegeben.

Frauen gründen anders

„Frauen brauchen andere Sicherheiten, um zu gründen“, meint Häbry, Männer seien oft doch deutlich überzeugter vom eigenen Handeln und risikofreudiger, beispielsweise in finanzieller Hinsicht. Diese Einschätzung bestätigt auch die Studie des ifh Göttingen „Frauen im Handwerk – Status Quo und Herausforderungen“ aus dem Jahr 2015, für die eine Sonderauswertung der Handwerksrollen von sechs niedersächsischen Handwerkskammern durchgeführt wurde. Beim Vergleich der Frauenanteile zwischen Auszubildenden und Meisterinnen sowie Inhaberinnen werde deutlich, dass zwar heute im Gegensatz zu früher relativ viele Frauen eine Meisterprüfung ablegen, diese sich aber dann oft nicht selbstständig machen, heißt es dort. „Hierfür mögen verschiedene Gründe maßgeblich sein. Sicher sind viele Frauen risikoaverser und scheuen häufig die Verantwortung, die mit dem Schritt in die Selbstständigkeit verbunden ist. Auch verzichten 
einige auf die Selbstständigkeit, da sich viele Frauen stärker in der Verantwortung gegenüber Familie 
sehen“, wird in der Studie vermutet.

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