06. Dezember 2021

EMAS: Zertifiziertes Umweltmanagement auch für kleine Betriebe

Das EMAS-Logo darf von den zertifizierten Betrieben für bestimmte Zwecke verwendet werden, zwar nicht zur Produktkennzeichnung, aber zum Beispiel auf Briefköpfen, in Unternehmensberichten oder in validierten Umwelterklärungen.

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Annette Switala
EMAS heißt ein Umweltmanagementsystem der EU, mit dem Unternehmen ihr Umwelten­gage­ment zertifizieren lassen können. Das Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum der Handwerkskammer Saarbrücken hat ein speziell für Handwerksbetriebe praktikables EMAS-Dokumentationssystem entwickelt. OSM Roman Eggs aus Bexbach hat als bundesweit erster Orthopädieschuhmachermeister das Zertifikat erlangt. Mit Umweltfragen hat sich Roman Eggs, Inhaber von Eggs Fußorthopädie Technik im saarländischen Bexbach, schon viele Jahre, bevor er auf das EMAS-Zertifikat aufmerksam geworden ist, beschäftigt. „Am Anfang waren es viele Kleinigkeiten, die wir hier und da verändert haben, ohne das Thema so systematisch anzugehen, wie wir es hinterher für das EMAS-Zertifikat gemacht haben“, erzählt er, „vieles ist auch einfach aus der alltäglichen Arbeit entstanden.“ Ihn habe zum Beispiel immer genervt, wie lange es dauert, wenn man aus einem Klebstoffkanister die letzten Reste herausholen möchte. „Irgendwann reißt dann der Geduldsfaden und man entsorgt den Behälter – einfach, damit es schneller weitergeht.“ Aber gefuchst habe es ihn immer, dass dadurch Klebstoffreste verschwendet werden.
 
So schwer war es gar nicht, das Umweltzertifikat zu machen, sagt Roman Eggs. Durch die Zertifizierung nach DIN EN ISO 13485 war sein Unternehmen schon gut auf die Vorgehensweisen bei Zertifizierungen vorbereitet. Foto: EggsDafür muss es doch eine Lösung geben, dachte er sich, und sprach einen befreundeten Metallbauer an.  Der baute ihm eine Vorrichtung, die er nun als Auslaufhilfe einsetzt. In den Deckel des Klebstoffkanisters wird einfach ein Loch gebohrt, der Kanister in die Kippvorrichtung gestellt und der Inhalt bei Bedarf in die Tagesverbrauchsdosen gefüllt – schnell, und ohne allzu große Reste in den Kanistern zurückzulassen. „Ich habe das mal ausgerechnet – pro 10-Liter-Klebstoffkanister können wir 150 bis 200 Gramm Klebstoff mehr verwenden, der vorher einfach entsorgt worden wäre.“ Bei zwei Kanistern pro Woche und 50 Arbeitswochen im Jahr hat es durchaus einen Umweltaspekt, diese Mengen zu nutzen, statt sie zu entsorgen. „Aber es lohnt sich auch finanziell, im Jahr sind das rund 300 Euro, und Zeit wird auch gespart“, gibt Eggs zu bedenken. „Und nicht zuletzt schont es die Geduld unserer Mitarbeiter.“
 
In fast jeder Umweltschutzmaßnahme, die er in seinem Betrieb in Angriff genommen hat, sieht der saarländische Unternehmer immer auch Vorteile, die über den Umweltaspekt hinausgehen.  „Manchmal spart man etwas ein, manchmal verbessert man dadurch ganze Prozesse“, so Eggs. Dass in seinem Betrieb mittlerweile elektronische Unterschriftenpads für die Patienten verwendet werden und alle Dokumente, die die Patienten bei der Übergabe des Hilfsmittels unterschreiben müssten, in die Betriebssoftware integriert sind, spare zum einen erheblich Papier – rund 10 000 bis 12 000 Blätter weniger verbraucht Eggs Betrieb inzwischen im Jahr. Zum anderen kann die Arbeitszeit, die Mitarbeiter vorher zum Einscannen der unterschriebenen Dokumente aufgewendet haben, nun anders genutzt werden.
 
„Außerdem erleichtert es die Arbeit, wenn in der Software alle Prozesse digital abgebildet sind“, so Eggs. Umweltthemen erlebt er schon seit vielen Jahren als immer drängender. „Wir haben nur eine Erde“, sagt er, „und wir merken ja alle immer mehr, dass sie Schaden nimmt. Als Unternehmer hat man meiner Meinung nach eine besondere Verantwortung und kann das ein oder andere durch Veränderungen im eigenen Betrieb beeinflussen.“ Auch private Gründe hätten sein Interesse an dem Thema wachsen lassen: „Ich möchte nicht irgendwann von meinen Enkeln gefragt werden: ,Opa, was hast du für die Umwelt getan?‘ und nichts antworten können.“
 

Bequemer an Klebstoffreste zu kommen und sie so gut wie möglich zu nutzen – eine aus Metall gebaute Auslaufhilfe macht es möglich. Foto: EggsRechtlich auf der sicheren Seite

Systematisch und umfassend auf Umweltaspekte geprüft hat Roman Eggs seinen Betrieb, als er auf das EMAS-Zertifikat aufmerksam wurde. Eigentlich hatte er zunächst nur eine Frage zu einem Umweltgesetz, als er sich an die Handwerkskammer Saarbrücken wandte.  Dort wurde er weitergeleitet an Dr. Stephan Hirsch, Umweltberater am Saar-Lor-Lux Umweltzentrum Saarbrücken. Er hat es sich zur Aufgabe macht, Handwerksbetrieben beim Erwerb des EMAS-Zertifikats beratend zur Seite zu stehen und für sie herauszufiltern, welche Auflagen kleine und mittlere Betriebe aus der Vielzahl an Umweltgesetzen tatsächlich zu erfüllen haben.  „Das war für mich absolut hilfreich“, sagt Roman Eggs. „Ich hätte nicht gedacht, wie viele Umweltgesetze tatsächlich für die Orthopädieschuhtechnik relevant sind.“
 
„Speziell für das Handwerk haben wir Anforderungen aus 50 bis 60 gesetzlichen Vorschriften zusammengestellt, die die Betriebe erfüllen müssen, wenn sie rechtlich – auch in Sachen Haftung – auf der sicheren Seite sein wollen“, erklärt Hirsch.
 
EMAS ist ein Umweltmanagementsystem (UMS) der EU und formal eine Verordnung zur freiwilligen Teilnahme an einem UMS, die die Anforderungen der Umweltnorm ISO 14001 miteinbezieht. „Dabei sind aber insbesondere die Belange von kleinen und mittleren Unternehmen berücksichtigt, indem zum Beispiel die externen Zertifizierungs- und Überwachungsaudits, die ja Zeit und Geld kosten, nicht jährlich, sondern nur alle zwei bis vier Jahre erfolgen“, erläutert Dr. Hirsch.
 
Im Moment stammen die meisten EMAS-Betriebe noch aus der Industrie oder dem Dienstleistungsbereich und im weniger vertretenen Handwerk vor allem aus dem Baubereich. „Das Handwerk hat leider noch Nachholbedarf und ist historisch gesehen eher kritisch gegenüber allen Formen von Zertifizierung eingestellt, meist aus Sorge vor noch mehr Bürokratie, Zeitaufwand und Kosten. Aber gerade da ist das EMAS-Zertifikat schlanker aufgestellt als viele Zertifikate, die wir aus der ISO-Welt kennen“, so der Berater des Umweltzentrums. Darüber hinaus gibt es im Saarland ein Förderprogramm des Umweltministeriums für die EMAS-Einführung in Kleinunternehmen.
 
Trittschaum-, Kork-, EVA-Reste und 3D-Druck-Filamente (alte Probeschuhe) werden in Roman Eggs Betrieb gesammelt, zum Recycling an die Hersteller zurückgegeben oder zu speziellen Sammelstellen gebracht. Foto: Eggs
 
Das EMAS-Dokumentationssystem des Umweltzentrums fokussiert für Handwerker die beiden wesentlichen Aspekte des Umweltmanagementsystems: die Einhaltung der Umweltgesetze und die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung anhand von Kern­indikatoren. Um das EMAS-Zertifikat zu erwerben, wird zunächst eine „Umweltprüfung“ durchgeführt. Dabei werden einzelne Umweltbereiche, wie Abfallentsorgung, Umgang und Lagerung von Gefahrstoffen, prüfpflichtige Anlagen (z. B. Heizung, Kompressor, elektrische Geräte, Klimageräte), Wasser/Abwasser, Emissionen und die Standortfläche (Flächenversiegelung, Naturflächen, Parkplätze) systematisch überprüft. Am Ende dieses Prozesses stehen ein detaillierter Bericht und eine Auflistung, der zu entnehmen ist, ob die Vorgaben in den einzelnen Punkten erreicht wurden oder nicht. Bei gesetzlichen Verstößen muss der Betrieb zeitnah nacharbeiten, denn für die externe Auditierung durch den Gutachter muss die „legal compliance“ vollumfänglich vorhanden sein. „Das ist bei genauer Betrachtung auch im Sinne des Betriebes, insbesondere mit Blick auf Haftungsrisiken der Geschäftsführung. Mit einer EMAS-Zertifizierung ist man in der Regel ,sauber‘ und auf der sicheren Seite“, so Dr. Stephan Hirsch.
 
Als zweites wichtiges Element, wird untersucht, welche positiven Umweltleistungen im Betrieb bereits erfolgt sind und wo noch Verbesserungspotenzial besteht. „Hier ist auch die Phantasie des Chefs und seiner Mitarbeiter gefragt! Alles Sinnvolle und Bezahlbare ist möglich“, erklärt der Umweltberater. Die besten Ideen werden dann neben anderen Umweltaspekten verbindlich in einer Umwelterklärung dokumentiert, die nach Erwerb des EMAS-Zertifikats veröffentlicht wird. Die Umsetzung der selbst gesetzten Umweltziele wird im nächsten Audit vom Umweltgutachter geprüft. „Es darf auch mal etwas nicht erreicht werden, das muss aber die Ausnahme sein“, sagt Dr. Hirsch.
 
Digitale Unterschriftenpads ermöglichen es, dass die meisten Dokumente, die von den Patienten unterschrieben werden müssen, nicht mehr ausgedruckt werden. Foto: Eggs Durch seine Umstellung der Leistenproduktion auf das Fräsen konnte Roman Eggs Leistengießmasse reduzieren. Noch arbeitet er mit Styrodurplatten, in absehbarer Zeit möchte er auf Korkklötze umstellen. Foto: Eggs

Teamarbeit gefragt

In die Entwicklung der Umweltschutzideen für seinen Betrieb bezog Roman Eggs von Anfang an die Mitarbeiter mit ein. „Mein Team war da wirklich super. Ich habe in meiner 23-köpfigen Mannschaft ganz junge Menschen, Eltern mittleren Alters und Mitarbeiter, die schon Enkel haben, und alle fingen sie Feuer und haben in unseren Teamsitzungen Ideen eingebracht. Sie haben sich richtig mit dem Thema identifiziert“, freut sich Eggs. Auch hier waren es zunächst viele kleine Maßnahmen, die zusammen aber deutliche Effekte zeigten.
 
Zum Beispiel im Umgang mit Papier: Bei intern verwendeten Dokumenten stellte der Betrieb auf Recycling-Papier mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“  um. Pappe und Papierreste, die nicht datenschutzrelevant sind, werden an verschiedenen Stellen im Betrieb in Boxen gesammelt und einmal pro Woche zum Recy­clingunternehmen gebracht, und zwar in den Umverpackungen der Trittschäume. Bei Abfällen konnte der Betrieb an mehreren weiteren Stellschrauben drehen: Auch Korkreste sammeln die Mitarbeiter seit Jahren; sie werden regelmäßig zu einer Weinkorken-Sammelstelle gebracht. EVA-Reste kann Eggs an seinen Lieferanten zurückschicken, der nach eigenen Angaben einen Abnehmer für die Reste hat. Bei Mineralwasserflaschen für Kunden und Mitarbeiter stieg der Betrieb von Plastik-Einwegflaschen auf Glas-Pfandflaschen um. Kaffee wird den Kunden nicht mehr in Plastik- oder Pappbechern serviert, sondern in mit eigener Werbung versehenen Porzellantassen.
 
Auch den Abfall von Trittschäumen wollte Roman Eggs verringern. „Bei vielen Einlagenaufträgen reicht es, mit dünneren Schäumen zu arbeiten. Wir verwenden die dickeren Schäume nur noch bei Schuhaufträgen sowie bei Formschaumabdrücken für Sondereinlagen und diabetesadaptierte Fußbettungen“, so Eggs. „Die sauberen Schaumreste sammeln wir und schicken sie zum Recycling an den Hersteller zurück.“ Bei Trittschaum, der erfahrungsgemäß nach der Anfertigung des Fußabdrucks unter Spannung steht und vom Untergrund weggebogen ist, verwendete Eggs vor der Digitalisierung der Abdrücke früher Sprühkleber zur Fixierung des Trittschaums auf der Pappe. Heute setzt er stattdessen doppelseitiges Klebeband ein, um auf Sprühkleber und die durch ihn entstehenden Aerosole verzichten zu können. Auch Strom konnte das Team deutlich einsparen. So wurden alle Lampen gegen LED ausgetauscht und die Mitarbeiter dafür sensibilisiert, nicht benötigtes Licht immer auszuschalten und den Kompressor jeweils an die geforderte Leistung anzupassen.
 

Dr. Stephan Hirsch vom Saar-Lor-Lux Umweltzentrum der HWK Saarbrücken berät Handwerksbetriebe bei den Vorbereitungen auf die EMAS-Zertifizierung. Foto: HirschNeue Produktionstechniken erzielen Umwelteffekte

Einige seiner Umweltziele erreichte Roman Eggs, indem er seine Produktionsweisen auf den Prüfstand stellte und teilweise auf neue Technologien umstellte. So setzt er inzwischen für Probeschuhe teilweise den 3D-Druck ein und konnte damit seine Plastikabfälle reduzieren. Die Reste des 3D-Druck-Filaments, das er verwendet, kann er, da es sortenrein ist, zum Recycling an den Lieferanten zurückschicken, ebenso die Probeschuhe, die nicht mehr benötigt werden.
 
Auch für die leeren Filamentrollen hat der Orthopädieschuhmachermeister weitere Verwendung gefunden, quasi eine Möglichkeit des „Upcyclings“: Er nutzt sie, um Seile, Schläuche, Kabel und Schuhrahmen damit aufzuwickeln und Ordnungssysteme zu schaffen. „Eigentlich müsste es ein Rücksende- und Pfandsystem für diese Rollen geben“, findet er. „Die Größen sind ja genormt und man könnte sie gut wiederverwenden.“
 
Einen besonders starken Umwelteffekt in seinem Unternehmen hat es, dass er die Produktion von Leisten umgestellt hat. „Schon bevor wir mit den Vorbereitungen für EMAS begonnen haben, war mein Ziel, Chemikalien zu reduzieren“, erzählt Roman Eggs. Während in seinem Betrieb früher die Leisten für diabetesadaptierte Fußbettungen und Sondereinlagen mit der polystyrolhaltigen Leistengießmasse A gegossen wurden, stellte Eggs vor zwei Jahren auf das Fräsen der Leisten um. Die Leistengießmasse konnte er dadurch in seinem Betrieb erheblich reduzieren. Noch greift Eggs beim Fräsen auf Styrodur-Platten zurück, doch hat er es in seiner Umwelterklärung zum Umweltziel erklärt, auf Dauer Klötze aus Recyclingkork einsetzen zu können. Auch das hat außer dem Umweltaspekt weitere Gründe: „Styrodur ist zwar preiswerter als Kork, aber ich kann mit Korkleisten mehr anfangen, wenn es um  Leisten für diabetesadaptierte Fußbettungen geht. Styrodur geht beim Kontakt mit Klebstoff leicht kaputt,  und außerdem haben wir erlebt, dass die Styrodurleisten häufig nicht gehalten haben, wenn wir Klammern in die ersten Lagen der Fußbettung setzen wollten. Dann mussten wir Folien drüberlegen, was zu noch mehr Material- und Zeitverbrauch geführt hat.“ Zusammen mit seinen Mitarbeitern habe er einfach mal ausprobiert, Korkplatten zu Blöcken zusammenzukleben und in die Fräse hineinzugeben. „Das hat sehr gut funktioniert!“, freut sich Eggs.
 
Weniger freut er sich darüber, dass Hersteller und Lieferanten, die er dazu anregen wollte, Kork-Fräsblöcke ins Sortiment zu nehmen, eher ablehnend reagiert haben und ihm sagten, dass die Beschaffung des Materials zu teuer wäre. „Dabei haben wir in Deutschland über 30 000 Tonnen Recyclingkork!“, so Eggs. Inzwischen versucht er, über einen Direktimporteur Korkklötze aus Portugal zu bekommen. „Ich kann mir aber vorstellen, dass es für die deutschen Hersteller interessanter wird, wenn sich diese Möglichkeit in der Orthopädieschuhtechnik herumspricht und mehrere den Wunsch nach Korkprodukten äußern.“
 
Leisten für orthopädische Schuhe werden in Roman Eggs Betrieb noch nicht gefräst oder gedruckt – das Ergebnis entspricht seinen Vorstellungen noch nicht. „Was aus der Fräse herauskommt, sieht für mich immer noch anders aus, als ich es am Bildschirm sehen kann – und ich persönlich kann analog, mit der Hand, sehr viel genauere Ergebnisse in der Leistenform erzielen als über die rein visuelle Gestaltung am Bildschirm.“ Aber auch hierfür arbeitet der 59-Jährige an Lösungen, indem er die Leistenbibliothek in der Software um eigene Leisten erweitert, die näher an dem liegen, was ihm für seine Maßschuhversorgungen vorschwebt. Insgesamt ist es Eggs wichtig, seine eigene Leisten- und Einlagenphilosophie umsetzen zu können. Derzeit entwickelt er ein Einlagensystem, bei dem er die Kerne tiefziehen und EVA-Teile fräsen kann. „Die tiefgezogenen Kerne und die EVA-Teile passen so zusammen, dass wir sie ganz genau zusammen in der Fräse positionieren können. Dann können wir sie so gestalten, wie wir das wollen.“ Auch auf die Umwelt wirkt sich das positiv aus: So kann Roman Eggs die Menge des EVA-Verbrauchs in seinem Betrieb auf Dauer reduzieren.
 

Zurzeit entwickelt Roman Eggs ein Einlagensystem, mit dem er seine Vorstellungen individueller Einlagen realisieren und gleichzeitig EVA einsparen kann. Foto: EggsMehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen

Schon lange beschäftigt den Unternehmer, wie er die Verpackungen, in denen er seine Einlagen an die Kunden abgibt, umweltfreundlicher gestalten kann. Vor Jahren  schon setzte er zeitweise Papiertüten aus dem gleichen Material wie Bäckereitüten ein, doch wirkte das Papier nicht hochwertig genug, so dass der Betrieb vorübergehend wieder auf Plastiktüten umstellte. Inzwischen hat Eggs nach vielen Versuchen eine Lösung auf Papierbasis gefunden, die für den gedachten Zweck sehr viel besser geeignet ist.
 
Und wieder war es ihm wichtig, bei der Entwicklung seiner Einlagenverpackungen mehrere Fliegen  mit einer Klappe zu schlagen. Nicht nur Plastik wollte er reduzieren, sondern auch Papier, indem er auf die Verpackung künftig auch die notwendigen Informationen, die laut MDR dem Kunden mitgegeben werden müssen, die Gebrauchsanweisung und Werbung aufdrucken möchte. Sein Softwareanbieter arbeitet derzeit daran, die entsprechenden Texte MDR-konform so in die Software zu integrieren, dass sie entsprechend ausgedruckt werden können. Auch mit einem Vertriebspartner für die künftigen Einlagenverpackungen ist Roman Eggs bereits im Gespräch.
 
Mit der Vielzahl der Ideen, die sein Team zur Verbesserung der Umweltleistung im Betrieb umsetzt, gehört Roman Eggs’ Unternehmen zu den fortschrittlichsten der von Dr. Stephan Hirsch betreuten Handwerksbetriebe. „Aber auch mit weniger Maßnahmen kann man das EMAS-Zertifikat angehen“, ermutigt der Umweltberater auch kleinere Betriebe. In erster Linie gehe es darum, dass man die bestehenden rechtlichen Verordnungen erfüllt und mit selbst gesteckten Zielen an der Verbesserung seiner Umweltleistung arbeitet.
 
„Der Aufwand war auch weniger hoch, als man meinen sollte“, findet Roman Eggs. Im Vergleich zu seiner DIN EN ISO 13485-Zertifizierung sei der Aufwand erheblich geringer gewesen, auch habe er viele Unterlagen und Prozesse aus dieser Zertifizierung, zum Beispiel zu Mitarbeiterschulungen, Ideenmanagement oder dem Umgang mit Problemen im Unternehmen, auch für das EMAS-Zertifikat nutzen können. „Wenn man ein Qualitätsmanagementsystem hat, muss man viele Formulare und Betriebsanweisungen nur noch an das Umweltthema anpassen“, so Eggs. Bei seinem Gefahrstoffregister, das er allerdings doch als recht aufwändig einstuft, half Roman Eggs die BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, mit der er seit Jahren bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zusammenarbeitet.
 
„Neben der Rechtssicherheit, die mir das Zertifikat gibt, kann ich es auch für die Außenwirkung nutzen“, beschreibt Eggs die Vorteile des EMAS-Zertifikats. Seine Umwelterklärung und das Zertifikat hat er auf seiner Homepage veröffentlicht; die EMAS-Teilnahme ist zudem unter www.emas-register.de dokumentiert. Die Ehrung und Urkundenüberreichung durch den Präsidenten der Handwerkskammer Saarbrücken und den saarländischen Umweltstaatssekretär, die am 29. September stattfand, sorgte ebenfalls für Aufmerksamkeit bei Kundschaft und Öffentlichkeit.
 
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