10. Januar 2022

Versorgung nach Vorfußamputation mit einem individuell hergestellten Interimsschuh und Einbauelement

Foto: Berges/Beck
GREGOR BERGES | ANDREAS BECK
 
Nach der zurückliegenden Fortschreibung der PG 31 (Schuhe) im Hilfsmittelverzeichnis ist eine wichtige postoperative Versorgung für Patienten mit Vorfußamputation weggefallen: Die diabetesadaptierte Fußbettung (DAF) im Verbandschuh. Doch im Interimsschuh darf die DAF nach wie vor eingesetzt werden. Wir haben eine Methode entwickelt, mit welcher der Interimsschuh einfacher als früher individuell gefertigt werden kann. Die Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS), die wir an den Kliniken orthopädieschuhtechnisch versorgen, haben oft sehr lange Liegezeiten – insbesondere, wenn sie eine Fußteilamputation hinter sich haben. Die Technische Orthopädie am Mathias Spital in Rheine und die Diabetologie am Krankenhaus Maria-Hilf in Stadtlohn, mit denen wir kooperieren, haben für die postoperative Versorgung des DFS vor der Fortschreibung der PG 31 im Hilfsmittelverzeichnis gern den Langzeit-Verbandschuh mit diabetesadaptierter Fußbettung (DAF) verordnet und damit sehr gute Erfolge erzielt. Die diabetesadaptierte Fußbettung ist dabei für die Druckumverteilung an der Fußsohle essentiell; sie bietet die Möglichkeit, Druck gezielt auf die belastbaren Fußareale zu verlagern und von den Risikoregionen wegzunehmen. Der Verbandschuh bietet eine zusätzliche Entlastung des Fußes durch Abrollsohle und/oder Sohlenversteifung und schützt den Fuß von außen, solange dieser noch nicht dauerhaft schuhversorgt werden kann. Gerade Patienten nach Fußteilamputation haben oft nur noch wenige Areale am Fuß oder Stumpf, die noch belastbar sind; häufig liegen Narben in der Belastungszone des Fußes. Nach der Operation muss die gefährdete Fußregion komplett entlastet werden, um die Heilung zu befördern bzw. Rezidive zu verhindern. Gegenüber der Entlastung durch Gips und Rollstuhl hat die Versorgung mit einer DAF und einem Verbandschuh den Vorteil, die Patienten frühzeitig mobilisieren zu können. Der Langzeit-Verbandschuh wird dann so lange eingesetzt, bis die Wunde so weit geheilt ist, dass eine orthopädische Maßschuhversorgung oder eine andere dauerhafte Versorgung erfolgen kann.
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