25. Februar 2022

Traditionell und modern

Traditioneller Lederboden und moderne Profilsohlen – mit dieser Kombination holte sich Elias Auth den zweiten Platz im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW). Foto: C. Maurer Fachmedien
CHRISTINA BAUMGARTNER
 
Ein Paar Trekkingstiefel aus Nappaleder für einen Patienten mit Arthrose und einer Sprunggelenksinstabilität – mit dieser Versorgung wurde Elias Auth zweiter Bundessieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW). Er verknüpfte Tradition und Moderne, indem er einen traditionellen Lederboden mit modernen Profilsohlen kombinierte.
 
Wichtig war mir, dass es sich bei meinem Prüfungsfall um einen realen Kunden handelte, bei dem der Schuh dann auch zur Anwendung kommen kann“, erzählt Elias Auth. Für den Kunden baute der 23-Jährige ein Paar Trekkingstiefel mit Lederrahmen und einer Zwischensohle aus Leder. „Für den Schaft habe ich Nappaleder verwendet, um ein angenehmes Tragegefühl zu ermöglichen. Das Futterleder besteht aus Kalbsleder, das für seine besondere Schweißaufnahmefähigkeit bekannt ist“, beschreibt er seine Arbeit. „Der Schaft machte mir Schwierigkeiten, da das Leder im Bereich der Achillessehne anfangs nicht glatt aufgezwickt werden konnte“, erinnert sich der junge Orthopädieschuhmacher, der seine Ausbildung im Betrieb Metz Orthopädie in Frankfurt am Main machte. Seit Ende Januar arbeitet er nun im elterlichen Betrieb Auth Orthopädie in Neuhof bei Fulda als Geselle.
 

Traditionelle Bodenbauweise

In den Stiefelabschluss und die Lasche hat Elias Auth eine Polsterung zur Druckverminderung integriert. Oberhalb des Hinterriemens befindet sich eine Anziehhilfe, die einen besseren Einstieg in den Schuh ermöglichen soll. Da der Kunde, für den der Schuh gebaut wurde, im oberen linken Sprunggelenk Arthrose hat und im unteren linken Sprunggelenk eine Instabilität aufweist, verwendete er zur Stabilisation als linke Hinterkappe eine Knöchelkappe – mit Polstern am inneren und äußeren Knöchel. „Rechts genügte eine normale Hinterkappe, da dieser Fuß nicht eingeschränkt ist“, so Auth.
 
Nach seiner Ausbildung bei Metz Orthopädie in Frankfurt am Main ist Elias Auth aktuell im Familienbetrieb in Neuhof bei Fulda tätig. Foto: Auth OrthopädieZur Unterstützung des Abrollvorgangs stattete er die aus Kork gefertigte Bettung des Schuhs auf der linken Seite mit einer Mittelfußrolle aus, rechts mit einer Ballenrolle. Den Schuhboden fertigte Elias Auth in traditioneller Bodenbauweise, wobei die Laufsohle und der Absatzfleck rutschfest gestaltet wurden. „Ich fand es spannend, Tradition und Moderne in einem Schuh zu kombinieren und konnte das im Bodenbau umsetzen – indem ich einen traditionellen Lederboden in Verbindung mit modernen Profilsohlen fertigte“, erzählt er. 
 

Wie geht es beruflich weiter?

Mich reizt an diesem Beruf vor allem die Vielfalt und die Abwechslung“, sagt Elias Auth, „dadurch bleibt der berufliche Alltag immer spannend“. Und auch die Corona-Pandemie konnte ihm die Freude an seinem Beruf nicht nehmen. „Bis auf das Tragen der Maske bei Kundenkontakt und die regelmäßigen Tests hat sich glücklicherweise nicht viel geändert“, so Auth. Und wie geht es nun für ihn beruflich weiter? „Der nächste Schritt wird für mich der Meisterbrief“, erzählt der 23-Jährige. Dafür habe er bereits im vergangenen Herbst die Teile 3 und 4 des Meisterkurses absolviert: „Und im April beginnen nun die Teile 1 und 2, auf die ich mich besonders freue, weil sie sich auf das Berufsbild beziehen“. 
 
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