30. Januar 2009

Kassen drängen Ärzte zu Diagnosen

Krankenkassen haben anscheinend versucht, durch Absprachen mit Ärzten über gefälschte Diagnosen ihren Anteil an den Auszahlungen aus dem Gesundheitsfonds zu erhöhen. Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnete diese Praktiken als „kriminell“ und forderte ihre Unterlassung. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) rief die Ärzte auf, etwaige Angebote abzulehnen. „Das Problem ist bundesweit zu beobachten und wird immer größer. Kassenvertreter versuchen, Ärzte zu ködern, um Diagnosen zu korrigieren“, kritisierte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV. Doch auch Ärzte forcierten scheinbar ihrerseits solche Vorgehensweisen, wie nach dem Bekanntwerden eines Schreibens des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV) bezüglich eines Vertrags mit der AOK anzunehmen ist. Danach bat der BHÄV-Chef Wolfgang Hoppenthaller in einem Brief seine Mitglieder, „als Gegenleistung für das Entgegenkommen der AOK […] eine entsprechende Codierung vorzunehmen.“ Er erklärte: „Nur eine AOK, die entsprechende Zuweisungen über den Risikostrukturausgleich erhält, kann diesen Vertrag auf Dauer bedienen.“