25. Februar 2009

Scholz: 2009 wird Zahl der Auszubildenden trotz Krise nicht abnehmen

Die Zahl der Auszubildenden wird Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) zufolge in diesem Jahr nicht durch die anhaltende Wirtschaftskrise beeinflusst. «Es wird kein Abbruch der Auszubildendenzahlen erfolgen», sagte Scholz in Berlin nach einem Treffen des Lenkungsausschusses Ausbildungspakt. In den kommenden Jahren könne es allerdings angesichts der rückläufigen Schülerzahlen zu «brenzligen Engpässen» kommen.

Für das Jahr 2008 zog der Lenkungsausschuss Ausbildungspakt eine positive Bilanz. Durch den Ausbildungspakt des Bundes mit Industrie-, Handwerks- und Arbeitgeberverbänden wurden 2008 der Bundesagentur für Arbeit zufolge mehr Lehrstellen neu geschaffen als vorgesehen. Statt den vereinbarten bis Ende 2008 zu schaffenden 60.000 neuen Plätzen seien über 86.000 Lehrstellen in über 50.000 Betrieben geschaffen worden.

Neben dem demografischen Wandel wirke sich auch die teilweise unzureichende Bildung der Schüler auf die Ausbildungsplatzsituation aus. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, sagte: «Die Ausbildungsreife muss dringend verbessert werden». Das gelte auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund, die in zu vielen Fällen nicht die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung mitbrächten. Dazu zählten im Handwerk unter anderem Rechnen und Schreiben. In dem Ausbildungspakt hatte sich die Wirtschaft 2004 verpflichtet, neue Lehrstellen sowie zusätzliche Praktikumsplätze anzubieten. Der Pakt wurde 2007 für drei Jahre verlängert. Nun sollen jährlich unter anderem 60.000 neue Lehrstellen geschaffen werden. Die Bundesregierung verzichtete im Gegenzug auf die Einführung einer gesetzlichen Lehrstellenabgabe für nicht ausbildende Betriebe.