05. März 2009

Hauptausschuss stellt Weichen für Dialog

(5. März 2009) Ein Mediator als Vermittler soll mit dazu beitragen, die Auseinandersetzungen und unterschiedlichen Sichtweisen der Verbandspolitik innerhalb des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik (ZVOS) in den nächsten Wochen beizulegen. Dies ist das Ergebnis der Sitzung des ZVOS-Hauptausschusses vom 26. Februar in Hannover. Insbesondere um den im Januar mit der DAK abgeschlossenen Vertrag hatte es im Verband unterschiedliche Auffassungen gegeben. Hat sich der Zentralverband bei den Vertragsverhandlungen mit der DAK an die zuvor vereinbarten Spielregeln gehalten? Und birgt der Vertrag Haftungsrisiken für den Zentralverband, die er laut Satzung nicht eingehen darf? Über diese Fragen streiten sich auch die Juristen. Im Vorfeld der Unterzeichung hatten einige Länder, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen dem Vorstand des Zentralverbandes das Verhandlungsmandat entzogen.

Der ZVOS ist allerdings der Auffassung, hier - auch nach juristischen Maßstäben - eindeutig und richtig gehandelt zu haben. Denn bei dem ZVOS-DAK-Vertrag handele es sich um einen Beitrittsvertrag, der lediglich ein Angebot für die Betriebe beinhalte und keine Verpflichtung darstelle.

Der Mediator – Vermittler – soll nicht aus den eigenen Reihen der Orthopädieschuhtechnik kommen, sondern eine unabhängige Person aus dem Verbandswesen des Handwerks sein. Bei dem Gespräch mit dem Mediator sollen auch die Kritikpunkte des Landesinnungsverbandes Nordrhein-Westfalen und der Landesinnung Bayern diskutiert werden. Der Landesinnungsverband NRW hatte im Januar beschlossen, aus dem Zentralverband auszutreten. Der Vorstand der Landesinnung Bayern will den Mitgliedern bei der nächsten Mitgliederversammlung einen Austritt empfehlen.

„Ich bin überzeugt davon, dass wir mit Hilfe dieses Mediators einen großen Schritt aufeinander zugehen werden“, sagte ZVOS-Präsident Werner Dierolf. Er hofft, dass die sachliche Diskussion, die bei der Hauptausschuss-Sitzung trotz der großen Differenzen zustande kam, auch weiterhin anhält. „Ich empfand die Diskussion im Hauptausschuss als sehr gut. Alle haben sich bemüht, ihre Argumente ohne Wenn und Aber und Schönfärberei vorzutragen – und das zudem in einer sachlichen Atmosphäre. Ich hoffe, dass wir zum Wohle unseres Handwerks nun gemeinsam voran gehen werden“, betonte Dierolf zum Abschluss der Sitzung.