26. Mai 2009

Mediziner fordern Diabetes-Schulung für Migranten

Nur 15 Prozent der zuckerkranken Migranten weiß, was Diabetes ist. Das belegt eine Anfang Mai veröffentlichte Studie mit türkischstämmigen Patienten. Mediziner haben deshalb spezielle Diabetes-Schulungen für Migranten gefordert.

In Deutschland gibt es etwa eine Million Migranten mit Diabetes. Vielen Betroffenen fällt es den Angaben zufolge schwer, selbst einfache Zusammenhänge zwischen dem Hormon Insulin und Blutzucker zu beschreiben. Diabetes-Schulungen ließen zu oft soziale Besonderheiten und Sprachkenntnisse der Betroffenen außer Acht, warnen die Experten. Dies erschwere das Diabetes-Selbstmanagement erheblich und erhöhe auch das Risiko von Folgeerkrankungen, erklärte Bernd Kalvelage von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Viele Studienteilnehmer wissen demnach um ihr Informationsdefizit. Rund 60 Prozent wünschen sich weitere Schulungen.