26. Mai 2009

KBV stellt "MVZ-Survey 2008" vor

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat am 25. Mai Ergebnisse der Studie „MVZ Survey 2008. Die Strategische Positionierung Medizinischer Versorgungszentren“ in Berlin vorgestellt. Ihrzufolge haben sich Medizinische Versorgungszentren (MVZ) als Versorgungsform weiter etabliert.

Die Zahl der Neugründungen von MVZ hat sich mittlerweile auf einem niedrigen Niveau eingependelt. Im Vergleich zu den Praxen führen sie jedoch immer noch ein Nischendasein. So gab es im dritten Quartal 2008 1.152 MVZ gegenüber 80.000 zugelassenen Praxen. Die meisten MVZ gab es im ersten Halbjahr 2008 in Bayern, Berlin und Niedersachsen. In urbanen Zentren gibt es mehr MVZ als in ländlichen Gegenden (55 Prozent städtische MVZ).

Bundesweit werden durchschnittlich 70 MVZ pro Quartal gegründet. Zwei Haupttypen lassen sich identifizieren. Während das von Krankenhäusern gegründete MVZ in den neuen Bundesländern dominiert, ist in Westdeutschland das vertragsarztgeführte Zentrum vorherrschend. Die häufigste Gesellschaftsform ist die GmbH. Daraus leiten die Autoren der Studie die Prognose ab, das ein dritter MVZ-Typ künftig eine größere Rolle spielen wird: das von einer Managementgesellschaft betriebene vertragsärztliche MVZ, das sich abgrenzt vom vertragsärztlichen MVZ als Variante der Gemeinschaftspraxis. „Hier liegt auch eine Gefahr, MVZ vorrangig als Geschäfts- und nicht als Versorgungsmodell zu sehen: Gewinnorientierte Kapitalgesellschaften als MVZ-Eigner könnten versuchen, aus wirtschaftlichen Gründen direkten Einfluss auf die ärztliche Tätigkeit zu nehmen. Dem muss der Gesetzgeber vorbeugen“, forderte der Vorstandsvorsitzende der KVB, Dr. Andreas Köhler. „Denn unabhängig davon, ob Ärzte als selbstständige Vertragsärzte oder angestellt arbeiten, sind sie Angehörige eines freien Berufs. Dies dient auch dem Schutz der Patienten“, erläuterte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller.

Ob MVZ dazu geeignet sind, zur Versorgungsverbesserung in unterversorgten Gebieten beizutragen, lasse sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen, so das Fazit der Studie. Dies wird, neben der Analyse der Vergütungssituation, Gegenstand folgender Erhebungen werden. Für den MVZ Survey 2008 hatte die KBV 1.023 MVZ angeschrieben. Es antworteten 286, das entspricht einer Rücklaufquote von 28 Prozent. Bezüglich der Gründer (Vertragsärzte oder Krankenhäuser), Rechtsform, Arbeitsgröße, Zulassungsdauer und regionalen Verteilung war die Stichprobe repräsentativ, so die KBV.