03. Juli 2009

Private Krankenkassen: kein Basis-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte

Die flächendeckende Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte wird ohne Privatversicherte beginnen. Dies teilte der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) am 1. Juli mit.

Verbandsdirektor Volker Leienbach wies zunächst darauf hin, dass die private Krankenversicherung die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte von Anfang an unterstützt habe. Er kritisierte jedoch, dass Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Kliniken bislang nicht verpflichtet seien, die Karte von Privatpatienten anzunehmen. Damit hänge der Erfolg der Karte einzig vom guten Willen der Leistungserbringer ab.

„Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar“, erklärte Leienbach. „Es muss auch für Privatversicherte eine verpflichtende Anwendung der Karte durch die Leistungserbringer geben. Ansonsten können wir die auf die PKV entfallenden Ausgaben für den Aufbau der Infrastruktur nicht verantworten. Diese belaufen sich nach derzeitigen Schätzungen auf bis zu 360 Millionen Euro und müssten letztlich aus den Beiträgen der Versicherten aufgebracht werden. Solange keine Investitionssicherheit gegeben ist, werden wir uns weder an den Kosten zum Aufbau der Infrastruktur für den geplanten Basis-Rollout der Karte beteiligen, noch weitere Gesundheitskarten im Zuge von Testmaßnahmen herausgeben. Auch alle noch laufenden Tests werden vorläufig unterbrochen.“