13. Juli 2009

Propriozeptives Training beugt Sprunggelenks-Verstauchungen vor

Das Rezidivrisiko nach Distorsionen im Sprunggelenk lässt sich mit einem achtwöchigen Balancetraining senken. Zu diesem Ergebnis kam eine randomisierte Studie im Britischen Ärzteblatt.

Verstauchungen in den Sprunggelenken sind die am weitesten verbreiteten und teuersten Sportverletzungen. In den USA sind täglich etwa 23000 Distorsionen zu verzeichnen, in den Niederlanden jährlich 234000 - dies verursacht über 84 Millionen Euro Behandlungskosten, so Willem van Mechelen vom VU University Medical Center in Amsterdam. Im ersten Jahr nach der Sprunggelenksverletzung besteht ein erhöhtes Risiko einer erneuten Verletzung.

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, hat der Forscher ein propriozeptives Training entwickelt, das diesen Verletzungen vorbeugen soll. Es enthält einfache Übungen, bei denen der Proband auf einem Bein auf einem Balancierbrett stehend bestimmte Bewegungen durchführt.

In der Studie führte die Hälfte der 522 Sportler im Alter von 12 bis 70 Jahren, über acht Wochen dreimal wöchentlich ein 30-minütiges Propriozeptionstraining durch. Sie begannen mit leichten Übungen, die mit der Zeit immer anspruchsvoller wurden. Van Mechelen riet den Teilnehmern, die Übungen vorzugsweise beim Aufwärmtraining vor dem Sport durchzuführen. Alle Teilnehmer hatten vor der Studie beim Sport eine Distorsion erlitten. Im ersten Jahr nach einer derartigen Verletzung ist das Risiko einer erneuten Verstauchung besonders hoch, und in der Kontrollgruppe erlitten auch 89 von 266 Teilnehmern (33 Prozent) eine erneute Distorsion. Unter den 256 Teilnehmern, die regelmäßig ein Propriozeptionstraining absolviert hatten, kam es nur bei 56 (22 Prozent) zum Rezidiv. Der Unterschied war signifikant und ging mit einer Minderung der Fehlzeiten (beim Sport) und der Gesundheitskosten einher.