23. Mai 2022

Sensomotorische Einlagen: Mehr Qualität und Transparenz durch Aus- und Fortbildungsstandards

Foto: Agenturfotografin/AdobeStock

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Die Studiengemeinschaft für Orthopädieschuhtechnik hat ein neues Aus- und Fortbildungskonzept zur sensomotorischen Einlagenversorgung entwickelt. Das Konzept soll vor allem dazu dienen, die Aus- und Fortbildung in diesem Bereich zu vereinheitlichen, damit das Handwerk gegenüber der Medizin und den Kostenträgern in diesem Bereich ein durchgehend hohes Versorgungsniveau garantieren kann.

Vorgestellt wurde das Konzept erstmals auf der Jahrestagung der Studiengemeinschaft im Februar 2022 in Osnabrück. Entwickelt wurde es von Thomas Stief, Tino Sprekelmeyer, Markus Seeßle und Michael Volkery von der Studiengemeinschaft und Prof. Bernhard Greitemann, Ärztlicher Direktor der Klinik Münsterland in Bad Rothenfelde.

Hintergrund sind die Unterschiede in der Aus- und Fortbildung für diese Versorgungstechnik, die in der Vergangenheit immer wieder kritisiert wurden. Auf der einen Seite gibt es Angebote mit mehrtägigen Kursen zu verschiedenen Versorgungsbereichen mit einer Abschlussprüfung. Auf der anderen Seite kann man sich auch in Wochenendseminaren in die sensomotorische Einlagenversorgung einführen lassen.

Die Kurse sind nicht nur verschieden lang. Auch die Ausbildungsinhalte unterscheiden sich. Es gibt unterschiedliche „Schulen“, welche die Versorgungsprinzipien auf eigene Weise begründen und die Hilfsmittel sowie auch die Ausbildung mit einer eigenen Terminologie bezeichnen. Neben dem Begriff der Sensomotorik finden sich für die Ausbildungen auch Bezeichnungen wie Posturaltherapie, Podo-Orthesiologie oder Podoätiologie.

Was genau in den Kursen gelehrt wird und wie qualifiziert die Teilnehmer danach sind, um ihre Patienten zu untersuchen und zu versorgen, ist für Außenstehende bislang nur schwer nachvollziehbar.

Bewährt, aber noch nicht anerkannt

Zu diesen Außenstehenden gehören unter anderem Ärzte, welche sensomotorische Einlagen in ihre Therapie mit aufnehmen können, und natürlich die Kostenträger. Letztere verhalten sich bislang mehrheitlich ablehnend gegen diesen Versorgungsansatz. Allen Beteiligten ist die vorletzte Fortschreibung der Produktgruppe 08 (Einlagen) noch gut in Erinnerung. Dabei wurden die sensomotorischen Einlagen nicht nur nicht ins Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen. Ihre Erstattung wurde sogar explizit ausgeschlossen. Diese Formulierung wurde zwar bei der aktuellen Fortschreibung gestrichen. Das Hauptargument der Kostenträger gegen eine Aufnahme hat jedoch weiterhin Bestand: Die Wirksamkeit dieser Versorgungen sei nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich sensomotorische Einlagen seit fast 25 Jahren in der Orthopädieschuhtechnik bewährt haben. Überall dort, wo der Fuß flexibel genug ist und Änderungen in der Haltung und Bewegung durch eine gezielte Ansprache der Muskulatur erzielt werden können, finden diese Einlagen Anwendung. Die Zielgruppe reicht von ICP-Patienten über Kinder mit Fußfehlstellungen, ambitionierte, schmerzgeplagte Sportler bis zum Büromenschen, dem sein Rücken zu schaffen macht.

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