06. August 2009

Handwerk: Mehr Lehrstellen als Bewerber

Das Handwerk holt im Juli auf: Viele Schulabgänger entscheiden sich jetzt kurzfristig für eine Ausbildung im Handwerk. Das Angebot an freien Lehrstellen bleibt aber hoch: Viele Handwerksbetriebe haben angesichts der stabilen Konjunktur entschieden, weitere Lehrstellen anzubieten.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den Handwerkskammern liegt bundesweit zum Stichtag 31. Juli bei 81.500, das sind nur noch 5,1 Prozent weniger als 2008. „Die wirtschaftliche Lage im Handwerk ist bemerkenswert günstig, die Beschäftigung bleibt stabil. Das wirkt sich auch auf das Ausbildungsplatzangebot aus: In allen Bundesländern sind in den Börsen noch hunderte freie Plätze registriert. Last-Minute-Bewerbungen lohnen sich!“, macht Kentzler den Jugendlichen Mut. „Wir sind optimistisch, in der Endabrechnung die Zahl des Vorjahres zumindest annähernd erreichen zu können“, glaubt der Handwerkspräsident.

Kentzler zieht auch eine positive Bilanz der Aktionswochen für Ausbildung im Handwerk: „Das laute Trommeln hat Jugendliche und Betriebe geweckt.“ Vor allem in Ostdeutschland konnten in den vergangenen vier Wochen zahlreiche Lehrstellen besetzt werden. Der dramatische Rückgang der Schulabgängerzahlen aufgrund der demografischen Entwicklung bleibt jedoch deutlich spürbar: Im Vergleich zum Vorjahr waren zum Stichtag 31. Juli im Osten 4,3 Prozent weniger Ausbildungsverträge registriert. Die Handwerkskammern wollen mit den Betrieben weiterhin intensiv dafür werben, dass Jugendliche eine Ausbildung im Handwerk beginnen. Das wird jedoch nicht leicht: „Die Zahl der Bewerber ist sehr gering, ihre schulische Vorbildung oft schlecht“, heißt es beispielsweise aus Potsdam, wo über 500 Ausbildungsplätze in 58 Berufen unbesetzt sind – viel mehr als im Vorjahr.

Im Westen liegt die Zahl der Verträge derzeit 5,2 Prozent hinter der des Vorjahres, doch trotz Wirtschaftskrise bieten die Börsen der Handwerkskammern ausreichend freie Plätze, selbst in den Top-Ten-Wunschberufen wie Friseurin, Maler- und Lackierer oder Kfz-Mechatroniker. Als Beispiel sei die Handwerkskammer Rhein-Main in Frankfurt genannt: Sie bietet aktuell über 350 freie Plätze in 62 Berufen. „Unsere Ausbildungsberater sind gerne bereit, die Jugendlichen bei der Berufswahl zu beraten. Für einige Tausend hat sich in den vergangenen Wochen der Weg zur Beratung bereits ausgezahlt“, wirbt Kentzler.

(Quelle: ZDH)