21. August 2009

Diabetiker profitieren von Chronikerprogrammen

Disease-Management-Programme (DMP) der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verbessern die Versorgungsqualität bei Typ-II-Diabetikern. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) am Helmholtz Zentrum München.

Die Untersuchung beruht auf Daten einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von DMP-Teilnehmern und von nicht in das DMP eingeschriebenen Diabetikern. Die Daten haben laut IGM gezeigt, dass sich die Qualität der Versorgung von Diabetikern mit Einführung der DMP deutlich verbessert hat. „Die Patienten werden regelmäßiger untersucht, häufiger in Bezug auf ihr Gesundheitsverhalten beraten und erhalten öfter die richtigen Medikamente für die Behandlung ihrer Erkrankung“, erklärte Studienleiter Rolf Holle.

So nahmen DMP-Patienten deutlich häufiger Antidiabetika und Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks. Langzeitblutzuckerwerte, Blutdruck, Cholesterin oder Eiweiß im Urin wurden laut Studie zudem häufiger kontrolliert. Auch in Bezug auf Folgeerkrankungen wurden sie regelmäßiger untersucht: Knapp 83 Prozent der DMP-Teilnehmer gaben an, dass in den letzten zwölf Monaten ihre Augen kontrolliert worden waren. Bei den Nicht-Teilnehmern waren es nur 59 Prozent.

Fußuntersuchungen wurden bei 67 Prozent der Patienten in DMPs im Vergleich zu lediglich 38 Prozent bei Nicht-Teilnehmern durchgeführt. Auch bei Schulungen gab es laut IMG deutliche Unterschiede: Knapp 63 Prozent der DMP-Diabetiker hatten eine entsprechende Veranstaltung besucht, in der Regelversorgung waren es nur 39 Prozent.