07. September 2009

Behandlungen für Ältere mit Typ-2-Diabetes und depressiven Verstimmungen

Etwa jeder fünfte Typ-2-Diabetiker leidet unter leichten depressiven Verstimmungen, die das Risiko von Spätfolgen wie Augen- und Nierenschäden bis zu 9-fach erhöhen und das Sterberisiko verfünffachen. Spezielle Behandlungsangebote gab es lange nicht. Jetzt vergleichen RUB-Psychologen die Wirksamkeit einer speziellen Gruppenverhaltenstherapie mit der der ärztlichen Standardbehandlung und einer Gesprächs- und Aktivitätsgruppe. Für die Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Petrak (LWL-Klinik Dortmund, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum) suchen die Forscher noch Teilnehmer mit Typ-2-Diabetes zwischen 65 und 85 Jahren. Informationen gibt es bei der Studienhotline unter Tel. 0231/450-32607 (Mo. 17-19 Uhr; Do. 8-9 Uhr und Fr. 10-12 Uhr). Das Risiko depressiver Verstimmungen bei Diabetes wird massiv unterschätzt Wer mit der Diagnose Diabetes konfrontiert wird, steht vor der schwierigen Aufgabe, eine chronische Erkrankung und damit verbundene Einschränkungen zu bewältigen. Viele Betroffene erleben ein Gefühl von Überforderung und beeinträchtigtem Wohlbefinden. Bei der sogenannten "subklinischen" oder "leichten" Depression" leiden die Betroffenen unter Depressionssymptomen, die noch nicht so schwer sind, dass sie als eigentliche Depression gelten, aber dennoch das Wohlbefinden deutlich vermindern. Die Lebensqualität sinkt und das Risiko für Spätfolgen steigt. Obwohl zahlreiche Patienten betroffen sind, sind bislang kaum Behandlungsmethoden entwickelt worden, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Diabetiker abgestimmt sind. Studie im Kompetenznetz Diabetes soll Forschungslücke schließen In der vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderten groß angelegten MIND-DIA Studie (Minor Depression und Diabetes) werden drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wissenschaftlich überprüft: Verglichen werden die Wirksamkeit einer speziell für ältere Diabetiker angepasste Gruppenverhaltenstherapie mit der einer intensivierten ärztlichen Standardbehandlung und der einer geleiteten Gesprächs- und Aktivitätengruppe mit dem Motto "Erfolgreich Altern mit Diabetes". Nach einer ausführlichen Untersuchung werden die Teilnehmer einer der drei Behandlungsmöglichkeiten zugeteilt und entsprechend durch das regionale Studienzentrum betreut. Die Therapie des Diabetes obliegt weiterhin dem behandelnden Arzt. 15 Monate nach Therapiebeginn werden alle Teilnehmer zu einer abschließenden Untersuchung eingeladen. Wer kann teilnehmen? Die Behandlungsmöglichkeiten werden in Kooperation mit diabetologischen Schwerpunktpraxen, Ambulanzen und Kliniken in Dortmund, Essen und Bochum sowie im Rhein-Main Gebiet (Frankfurt, Offenbach, Mainz und Wiesbaden) angeboten. Patienten aus dem Rhein-Main- oder Ruhrgebiet, die seit mindestens sechs Monaten an Diabetes Typ 2 erkrankt und zwischen 65 und 85 Jahren alt sind, können an der Studie teilnehmen. Weitere Informationen Studienhotline 0231/450-32607 (Mo. 17-19 Uhr; Do. 8-9 Uhr und Fr. 10-12 Uhr). Prof. Dr. Frank Petrak (Projektleiter der MIND-DIA-Studie), Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LWL-Klinik Dortmund / Ruhr-Universität Bochum; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Dipl. Psych. Kristin Plack (Projektkoordinatorin der MIND-DIA-Studie), Johannes- Gutenberg Universität Mainz, Psychologisches Institut, Wallstr. 3, 55122 Mainz, Tel.: 06131/3939209; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!